Fast 300 Kinder haben am vergangenen Freitag im Haus der Begegnung in Homburg-Erbach einen Vormittag und Nachmittag lang gelacht, gerufen und mitgefiebert – beim Clownstheater „Joaquino Payaso und seine sieben Koffer“. Hinter der Figur des Joaquino steckt der Künstler Achim Sonntag, der sein Publikum seit 37 Jahren mit einem Stück begeistert, das er selbst als seinen Klassiker bezeichnet. Die kostenlose Veranstaltung kam durch die Kooperationspartner des Mehrgenerationenhauses J.O.S.H. sowie die Stadt Homburg zustande.
Patricia Delu, Leiterin des Hauses der Begegnung, stimmte die Kinder, Betreuer und Eltern vor der Nachmittagsvorstellung auf das ein, was sie erwartete. „Bereits die Vorstellung heute Morgen hat rund 150 Kinder begeistert – sie haben toll mitgemacht. Ich bin sicher, dass auch euch der Auftritt von Clown Joaquino und seine Späße genauso viel Freude bereiten werden“, sagte Delu. Kaum hatte sie die Bühne geräumt, bog Joaquino auch schon mit seinen sieben Koffern um die Ecke – bereit für die zweite Runde des Tages.
Kurz vor seinem Nachmittagsauftritt am 13. März erklärte der Künstler im Gespräch mit homburg1, was sein Stück so besonders macht. „Über die Jahre ist es immer weitergewachsen, auch durch die Reaktionen der Zuschauer“, sagte er. Das Konzept lebt von der Offenheit: Kinder dürfen reinrufen, mitmachen, und Joaquino greift ihre Impulse auf. So seien über die Jahrzehnte unzählige spontane Momente in die Aufführung eingeflossen. „Ich gehe auch ins Publikum – ein Clown zum Anfassen“, betonte er. Gerade in einer Zeit, in der Kinder viel vor Bildschirmen verbringen, sei es ihm wichtig, ein unmittelbares Erlebnis zu schaffen – „etwas, das nur hier und jetzt passiert“.
Das Prinzip der sieben Koffer gibt dem Stück seine Struktur. Joaquino betritt mit ihnen die leere Bühne und öffnet einen nach dem anderen. In jedem verbirgt sich eine eigene Nummer: ein Lied, bei dem die Kinder Reimwörter finden müssen, Zauberei auf clowneske Art, Jonglage und natürlich jede Menge Slapstick. Einmal verwickelt sich der Clown hoffnungslos in einer Endloszeitung, während er den Kindern eigentlich etwas vorlesen will. Ein anderes Mal landen zwei Eier auf dem Boden, weil er sich unbedingt etwas zu essen zubereiten möchte. Besonders beliebt ist die Nummer mit dem Schlangenbeschwörer: Dabei formiert Joaquino die Kinder zu einer langen Schlange, die sich zur Flötenmusik durch das gesamte Mehrgenerationenhaus windet.
Ohne die Kinder funktioniert das Stück schlicht nicht – sie sind fester Bestandteil jeder Aufführung, nicht bloß Zuschauer. Dieses Prinzip der aktiven Einbindung hat sich über die Jahre als Markenzeichen von Achim Sonntag etabliert. Auf Grundlage seines interaktiven Konzepts hat er mittlerweile 18 verschiedene Programme entwickelt, mit denen er in ganz Deutschland auftritt. Auch international ist er längst gefragt: Auftritte in Österreich, Italien, Luxemburg und Spanien gehören zu seinem Repertoire.
Für die Nachmittagsvorstellung in Erbach hatten sich 120 Kinder angemeldet, nachdem am Morgen bereits rund 150 dabei gewesen waren. Dass die Begeisterung bei beiden Vorstellungen gleichermaßen groß war, überraschte niemanden, der Joaquino schon einmal erlebt hat – der Clown ist im Haus der Begegnung kein Unbekannter und hat dort schon bei zahlreichen früheren Gastspielen die Kinderherzen erobert.
Alle Bilder: Friedel Simon


































































