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Wenn ein Flugzeug am Boden steht, während es beladen, betankt und gewartet wird, braucht es dennoch Strom. Bislang stammt dieser oft aus den Hilfsturbinen der Maschinen oder aus lärmenden Dieselaggregaten am Stellplatz. Genau diese Praxis will das Bundesministerium für Verkehr (BMV) beenden – und stellt dafür in seiner jüngsten Förderrunde 25,6 Millionen Euro bereit.

Insgesamt 15 Zuwendungsbescheide hat die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) im Rahmen des Programms zur klima- und umweltfreundlichen Versorgung von Flugzeugen am Boden ausgestellt. Zu den Empfängern zählen unter anderem die Flughäfen Berlin Brandenburg, Düsseldorf, Stuttgart, Münster/Osnabrück, Paderborn/Lippstadt und Rostock-Laage-Güstrow sowie Abfertigungsdienstleister wie die Fraport AG oder die ALLgate GmbH.

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Gefördert wird die Anschaffung mobiler und stationärer Bodenstromanlagen. Statt Diesel oder Kerosin liefern künftig Direktstrom, Batterien oder Wasserstoff die nötige Energie – effizienter, leiser und ohne Emissionen. Neu ist in dieser Runde, dass erstmals auch Systeme zur Versorgung der Kabinen mit klimatisierter Luft, sogenannte Pre-Conditioned-Air-Anlagen (PCA), unterstützt werden.

„Wir treiben mit unseren Fördermitteln den wirksamen Klimaschutz im Luftverkehr voran“, erklärt Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. Das Zusammenspiel von Bodenstrom und moderner Frischluftzufuhr ermögliche eine klimafreundliche Abfertigung. Bis zu 300 Liter Kerosin ließen sich so pro Stunde einsparen, was zugleich Emissionen, Luftschadstoffe und Lärm am Flughafen reduziere. Die anhaltend hohe Nachfrage zeige, so Bilger weiter, dass deutsche Flughäfen den Umbau ihrer Infrastruktur ernsthaft angehen und dabei die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken wollten.

Die Bilanz seit dem Programmstart im Jahr 2023 fällt beachtlich aus: Rund 50 Millionen Euro flossen bereits in klimafreundliche Maßnahmen an 22 deutschen Flughäfen, darunter 258 Bodenstromgeräte, 87 Ladepunkte und 80 PCA-Systeme. Zusammen vermeiden die bereits laufenden Anlagen etwa 121.000 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr, weil sie herkömmliche Dieselaggregate ersetzen.

Die PCA-Technik spielt dabei eine wachsende Rolle. Sie hält die Kabinen während der Standzeit mit Frisch- und Kühlluft versorgt und sorgt gemeinsam mit den Bodenstromsystemen dafür, dass die emissionsintensiven Hilfsturbinen länger ausgeschaltet bleiben. Besonders bei Großraumflugzeugen ist der Effekt spürbar. Ergänzend hat das Ministerium einen Förderaufruf für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben veröffentlicht, um innovative Technologien schneller zur Marktreife zu bringen.

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Hinter dem Umbau stehen auch europäische Vorgaben. Die AFIR-Verordnung verpflichtet Flughäfen bis 2030 zu einer klimafreundlichen Bodenstromversorgung, die TEN-V-Verordnung schreibt den größten deutschen Standorten ab 2031 zusätzlich PCA-Systeme vor. Das Förderprogramm des BMV, das im Auftrag des Ministeriums von der BAV und der NOW GmbH umgesetzt wird, soll die Flughäfen dabei unterstützen, diese Anforderungen frühzeitig zu erfüllen.

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