Symbolbild

Rund 1,5 Millionen Euro stellt die saarländische Landesregierung in den kommenden zwei Jahren bereit, um die Kultur- und Kreativwirtschaft im Land gezielt zu fördern. Erstmals geschieht das über eine eigenständige Förderrichtlinie – ein Novum, das Wirtschaftsminister Jürgen Barke als konsequenten nächsten Schritt in einer bereits länger laufenden Strategie einordnet.

„Die Kultur- und Kreativwirtschaft kann im Strukturwandel wichtige Impulse zur Modernisierung des Standortes setzen“, erklärte Barke. Das Saarland habe dieses Potenzial als eines der ersten Bundesländer früh erkannt und die Branche durch verschiedene Formate unterstützt. „Jetzt gehen wir einen großen Schritt weiter, indem wir die Rahmenbedingungen für Kultur- und Kreativschaffende im Saarland nochmals optimieren“, so der Minister.

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Konkret richtet sich die Förderung an Vorhaben, die zur nachhaltigen Stärkung der Branche beitragen. Im Fokus stehen dabei mehrere Hebel: Die Akteurinnen und Akteure sollen durch Kompetenzentwicklung und Professionalisierung wettbewerbsfähiger werden. Gleichzeitig will das Land die Vernetzung zwischen den einzelnen Teilmärkten der Kreativwirtschaft vorantreiben und die Zusammenarbeit mit Unternehmen anderer Wirtschaftszweige, Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen vertiefen. Auch die Sichtbarkeit kreativer Leistungen soll weiter zunehmen.

Ein strategischer Aspekt der neuen Richtlinie zielt auf die Hebelwirkung der Landesmittel ab. Viele Förderprogramme auf Bundes- und EU-Ebene setzen eine öffentliche Kofinanzierung voraus. Indem das Saarland diese Gegenfinanzierung sicherstellt, lassen sich mit vergleichsweise überschaubarem Einsatz zusätzliche Gelder nach Saarbrücken und in die Region holen. Ausdrücklich förderfähig sind dabei auch Projekte mit grenzüberschreitendem Charakter innerhalb der Großregion SaarLorLux – ein Hinweis darauf, dass die Landesregierung die besondere geografische Lage als Standortvorteil für die Kreativszene begreift.

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Besonders niedrigschwellig angelegt ist die neu eingeführte Kategorie der sogenannten Mikroprojekte. Dahinter verbergen sich kleinere, klar umrissene Vorhaben mit kurzer Laufzeit und einem konkreten Ziel. Pro Projekt können bis zu 2.500 Euro beantragt werden. Gerade für Soloselbstständige und kleine Studios dürfte dieses Format attraktiv sein, weil es den bürokratischen Aufwand überschaubar hält und dennoch eine finanzielle Starthilfe bietet.

Mit der neuen Förderrichtlinie positioniert sich das Saarland im bundesweiten Vergleich als Land, das die Kreativwirtschaft nicht nur als kulturellen Faktor, sondern als wirtschaftspolitisches Instrument im Strukturwandel versteht. Ob die 1,5 Millionen Euro tatsächlich die erhoffte Hebelwirkung entfalten, wird sich in den kommenden zwei Jahren zeigen. Die Weichen dafür sind gestellt.