Ein rundum erneuertes Team – und eine ansprechende Leistung. Im Südwest-Derby beim VfR Wormatia Worms konnte der FC 08 Homburg mal wieder überzeugen und fuhr einen verdienten 5:2-Auswärtssieg ein. Zwei Rote Karten für die Hausherren in einer äußerst turbulenten zweiten Hälfte spielten den Homburgern dabei in die Karten.

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Von einer Trendwende zu sprechen, wäre wohl deutlich verfrüht. Aber dennoch war bei den Grün-Weißen am 16. Spieltag der Regionalliga Südwest eine Spielfreude und Zielstrebigkeit zu sehen, die die Mannschaft seit nunmehr fast zwei Monaten nicht mehr gezeigt hatte. Von der Lethargie und Behäbigkeit, die man zuletzt im Heimspiel gegen Trier gezeigt hatte, war zumindest nichts mehr zu sehen. Ob es an der Startaufstellung lag?

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Immerhin fünf Wechsel nahm Trainer Timo Wenzel im Vergleich zum Trier-Spiel vor, für José Matuwila, Lukas Hoffmann, Philipp Hoffmann, Markus Mendler und Thomas Gösweiner rückten Michael Heilig, Luca Plattenhardt, Joel Gerezgiher, Arman Ardestani und David Hummel in die Startformation. Dabei bildeten Stegerer und Heilig das Innenverteidiger-Duo, während Plattenhardt auf der linken Seite verteidigte. Ein Unterschied war jedoch weniger in der Defensive als vielmehr im Offensivspiel zu sehen.

Von Beginn an machten die jungen Ardestani und Hummel viel Dampf, trauten sich in Eins-gegen-Eins-Situation und brachten die Wormser so immer wieder in Verlegenheit. Und auch Fabian Eisele wirkte deutlich präsenter und ballsicherer, was dem Spiel der Grün-Weißen sichtlich gut tat. Dennoch fiel der Führungstreffer, wie so oft in den vergangenen Wochen, nach einer Standardsituation: Nach einer Hummel-Ecke lauerte Fanol Perdedaj am langen Pfosten und ließ Worms-Keeper Ricco Cymer keine Chance (16.). Und Homburg machte weiter, kam durch Eisele (22.) und Perdedaj zu weiteren guten Chancen, die aus ansehnlichen Kombinationen resultierten. Vom Aufsteiger aus Worms war in der ersten Hälfte dagegen wenig zu sehen.

Das sollte sich in der zweiten Halbzeit ändern. Mit viel Schwung kamen die Gastgeber aus der Kabine und kamen prompt zum Ausgleich. Konnte FCH-Keeper David Salfeld einen Schuss zunächst parieren, musste er sich schließlich einem Versuch von Lucas Torres geschlagen geben (55.). Nicht nur in dieser Situation wirkte die Homburger Abwehr unter Druck nervös und unsortiert. Worms war nun sichtlich am Drücker, aber dann gab es wie aus dem Nichts plötzlich Elfmeter für die Gäste. Nach einem schönen Gerezgiher-Pass in den Raum war Hummel frei vor dem Wormser Kasten aufgetaucht und Innenverteidiger Jean-Yves Owono wusste sich nur noch mit einem Trikotzupfer zu helfen. Owono sah für die Notbremse die Rote Karte und Eisele verwandelte den Elfer im Nachschuss zur abermaligen Führung für die Grün-Weißen (62.).

Wer nun jedoch dachte, die Grün-Weißen würden die Partie nun souverän runterspielen, sah sich schwer getäuscht. Denn zehn Minuten nach dem 2:1 lief man in einen Konter, der in einem Foul von Kapitän Mart Ristl im eigenen Strafraum resultierte. Wieder war die Homburger Hintermannschaft unsortiert. Lennart Grimmer nutzte das vom Punkt eiskalt aus und erzielte das 2:2. Die Homburger ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und wurden belohnt: Nach einer Ecke hämmerte Eisele die Kugel in die Maschen und belohnte sich mit seinem 10. Saisontreffer für eine gute Leistung. Eisele war es schließlich auch, der nach 83 Minuten im Sechzehner gefoult wurde. Den dritten Elfer der Partie verwandelte der eingewechselte Mendler zum 4:2. Da der Wormser Nils Fischer wohl wegen einer Schiedsrichterbeleidigung nach dem Elfmeterpfiff eine Rote Karte kassiert hatte, war das Match nun endgültig entschieden. Das 5:2 durch einen satten Mendler-Schuss war zwar nur noch Ergebniskosmetik, dürfte dem zuletzt unglücklich agierenden Mendler aber möglicherweise etwas Selbstvertrauen zurückgegeben haben.

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Mit dem 5:2-Erfolg im Derby bleibt der FCH weiterhin acht Punkte hinter dem Spitzenreiter Ulm und bleibt so zumindest in Sichtweite zum Aufstiegsplatz. Wichtig waren jedoch nicht nur die drei Punkte, sondern eine doch deutliche Leistungssteigerung der Grün-Weißen im Angriff. Dabei überzeugten nicht zuletzt auch die Jungen: Sowohl bei Ardestani als auch bei Hummel gelang zwar bei weitem nicht alles, aber zumindest sorgten sie für Überraschungsmomente im Homburger Spiel. Gut möglich, dass Coach Wenzel auch in der kommenden Partie auf die beiden setzen wird. Diese findet jedoch nach der Verlegung des Heimspiels gegen Hoffenheim II erst in zwei Wochen statt. Gegner im Waldstadion ist dann im ersten Rückrunden-Spiel Schlusslicht FC Rot-Weiß Koblenz.

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