Eine Homburger Delegation besuchte La Baule - Bild: Lukas Tupiner

Von Simone Lukas

Ein besonderes Osterfest im Zeichen der Freundschaft und des europäischen Austauschs konnte die Verantwortliche für Städtepartnerschaften der Stadt Homburg, Simone Lukas, im Rahmen der Umweltmesse „La Baule en Fleur“ in bunter Vielfalt endlich wieder ganz direkt einer Delegation aus verschiedenen Fachleuten, Politikern und deren Kindern bieten.

Bild: Lukas Tupiner

So wurde die Gruppe am Karfreitag Mittag ganz herzlich von den alten Freunden des ehemaligen Partnerschaftskomitees im elterlichen Garten von Evelyne Sotin nebst Ursula Lhyver, Jean-Marc Sotin, Ghislain Fortin, Annick Guimard (Verantwortliche im Austausch mit Bexbach), Sportlern und Künstlern mit einem reichen Buffet empfangen. Erinnerungen, Erfahrungen, Fragen an die Zukunft wurden ausgetauscht. Verantwortliche in Politik und Verwaltung haben sich in La Baule vor zwei Jahren komplett neu aufgestellt, sodass auch die Verbindungen und Ziele sich neu aufstellen müssen. So war es um so beeindruckenender, dass der alte Kern an Freundschaften und Interesse bei den ehemaligen Verantwortlichen und Bekannten weiter Bestand hat.

Bild: Lukas Tupiner

So ging es anschließend in das beeindruckende Atelier mit seiner Gartenoase des Bildhauers Serge Boué. In den Farben des Meeres, der See, der Lebensfreude begrüßten die Meter hohen Totems, Skulpturen aus antikem Schiffholz, aber auch Malereien, ergänzt durch magische Büsten aus Keramik und Naturmaterialien durch die Künstlerin Valérie Bélugue die Homburger und ließen sie in eine faszinierende, phantasievolle Welt abtauchen. Valérie Bélugue konnte dann auch noch weiter in ihrem neuem Refugium in St.Nazaire, in die sie die ganze Gruppe einlud, von ihreren plastischen Arbeiten voller Liebe, menschlicher Sensualität, aber auch Skurilität in ihren Installierungen, Materialcollagen, voll überzeugen. Vor Ort war auch Künstlerin Doreen Martinel, eine Malerin, die zusammen mit den anderen Künstlern 2019 in der Partnerschaftsausstellung „Meer, Erde, wald- Bürcken in Europa bauen“ in Homburg, 2021 in Ilmenau ausgestellt hatte. Die Werke der Künstler haben ihre Heimat wieder gefunden und warten auf die gemeinsame Ausstellung nunmehr in La Baule selbst.

Als freundschaftliches Zeichen werden die Homburger aber nunmehr beim Landrat und im Rathaus ein Werk der beiden oben genanten Künstler finden können, worauf Lukas sehr stolz ist, dies der Kreisstadt mit seinen Bürgern und aus Respekt zu den Partnerstädten bieten zu können. Freundschaft braucht auch sichtbare Zeichen, Anstöße der Erinnerung, Ermutigung zum Weitermachen.

Dagegen wurden nunmehr Werke der Künstlerinnen Madeleine Mangold, Jutta Bettinger, des Künstlers Johannes. N. Wiedemanns vor Ort gelassen und werden bereits in Sege Boués Atelier-Galerie mit ausgestellt. Auch wird die erste intern. Ausstellungseröffnung im Rahmen der „Internationalen Skulpturkunsttage“ stattfinden, gefolgt von Offenen Türen und engagiert geführten Veranstaltungen und Treffen des Künstlers.

Bild: E. Sotin

Während der zwei tage der Umweltmesse im wunderschön angelegten Dryadepark, repräsentierte sich Homburg und damit auch der Kreis und die Biosphäre mit einem Stand, der Lust auf Tourismus und Kultur , wie auch auf unsere Biosphärenprodukte macht. Es kam zu regen Austauschen nicht nur mit alt bekannten Gesichtern sondern mit Neugierigen aus ganz Frankreich. Infobroschüren, Wander- und Radkarten helfen nunmehr den nächsten Urlaub zu planen. Besondere sprachliche Unterstützung, Humor und Werbung für das Saarland, Transporthilfen, der Künstler, wurde vom französischen Illustrator, Christophe Tupinier, zuverlässiges Vorbild in Sachen deutsch-französischer Freundschaft, (seit 2005 Wahlsaarländer) geleistet. Die Palette an Bioprodukten von Doris Kretkay fand hervorragenden Absatz, wobei der Renner ihr „Bärlauchpesto“ ganz besonderen Gefallen gefunden hat und bereits nach einem nachmittag verkauft war. Bärlauch findet man in La Baule nur in einigen Gärten, aber nicht wie bei uns in den Wäldern. So gab es viele interessante Gespräche, auch mit den Verantwortlichen für Wirtschaft und Umwelt, Spezialisten des nunmehr wirklich jüngst gegründeten Biosphärenvereins direkt mit und um La Baule. Einen besonderen Einstieg hierfür gab die Teilnahme am Freitagabend zum Einfangen und Zählen der städtischen Amphibien. Für den saarländischen Biologen, Ornithologen und Spezialisten/Verantwortlichen im Orientierungslauf, Ralf Döllgast, überhaupt kein Problem, da er mit Kenntnissen und Geschick auch dem Landtagsabgeordneten und Partnerschaftskomiteemitglied, Pascal Conigliario, nebst seiner Tochter Laura hilfreich beiseite zu stehen.

Bild: E. Sotin

Ein unvergessliches Abenteuer trotz nasser Füße und wichtige Bekanntschaft der ehrenamtlichen Verantwortlichen für Umwelt, Schule und Soziales, Annabelle Garand. Die Frage der Biodiversität in den Regionen, aber auch in den Städten ist ein großes Anliegen beider Städte und auch die Frage der erneuerbaren Energien wirft immer wieder Fragen und Suche nach Lösungen auf. Hier gibt es viele gemeinsame Punkte, die auch zukünftig kooperativ im Austausch Platz haben können und sollten. So wird jetzt auch die wunderschöne Baie von La Baule, St. Nazaire ca. 80 Windkraftmühlen zu sehen bekommen. In den Chantiers navales, der Werft, konnte sich die Delegation nicht nur ein Bild von der riesen Kreuzfahrt und Militärschiffen machen, sondern auch von deren Bau und weiteren maritimen Innovationen, um umweltfreundlicher auf dem Meer agieren zu können. Auch dieser Besuch war sehr aufregend.

Natürlich ging es auch für die Gruppe in die berühmten Salzfelder. Manch einer kennt vielleicht die verschiedenen Sorten an Meeressalz, Fleur de Sel von „Le Rostu“ aus der Homburger Touristeninfo oder von der Bexbacher Campingmesse. Hier führten die Salbauern Ursula und Nicoal Arnould-Weiss direkt in ihre Salzproduktion mit einem großen Spaziergang von der Meeresmündung bis hin zum Solebecken und Salzscheune ein. Die Vielfalt an Flora und Fauna, Naturbelassenheit und deren besonderen Schutz beeindruckte aber vorallem auch im Teich- und Sumpfgebiet des Naturschutzparks „La Brière“. Von einer Barke aus konnte man Vögel u.a. Getier wunderbar beobachten und den Erklärungen eines Spezialisten folgen. Begleitet wurde die Gruppe auch von der ehrenamtlichen Beigeordneten für Kultur und Partnerschaften, Delphine Filloux und dem Wirtschaftsbeauftragten Bertrand Plouvier, auch Mitglied von Cap Atlantique. Der Beigeordnete des Landrates, Markus Schaller, begeisterter Frankreichfan, genoss die Begegnungen auch mit seiner Familie in der ganzen Vielfalt und tauschte sich rege mit allen Verantwortlichen und auch dem Bürgermeister von La Baule, Franck Louvrier, mit dem er gemeinsam „La Baule en Fleur“ eröffnete, aus. Frau Sieglinde Volz konnte sich nun ebenfalls ein Bild von der Partnerstadt, seinen besonderen Menschen und Umgebung machen und weiß nun auch im Bereich Kultur und Tourismus (Kultur gGmbH) Weiteres zu händeln. Gern nimmt auch sie wieder an diesen Begegnungen und der Umweltmesse teil.

Ein Experte erklärte im Salzfeld die unterschiedlichen Arbeitsvorgänge – Bild: H. Schaller

Besonders glücklicher Umstand dieser Begegnung von alten Freunden, neuen Verantwortlichen war auch der, dass verschiedene Generationen und Interessen aufeinander stoßen, sich eigene Bilder und Meinungen schaffen konnten. Gerade diese Kombination macht Austausche äußerst interessant und lohneswert, wenn man zukunftsträchtig und nachhaltig denkt. Diese Bereitschaft zum ehrlichen wie aktiven Austausch, Offenheit, gegenseitigen Respekt zu bewahren, wurde in den letzten Jahren und wird immer schwieriger und doch ist sie es, die uns den Frieden und positiv fortschrittliche Entwicklungen in Europa und in der Welt garantieren kann. Das ist Arbeit und Passion, die von Herzen kommt und Egoismus, Bequemlichkeiten überwinden muss. Freundschaft braucht nicht nur einen guten Samen und nahrhaften Boden. Das entsstehende Pflänzchen braucht dann ausreichend Zuwendung und Pflege damit es stets auch blühen, Früchte tragen und sich weiterentwickeln, ja sogar vermehren kann.

Unsere 2014 gemeinsam mit den damaligen Bürgermeistern und Bürgern gesetze Linde im Dryadepark und Apfelbäumchen, 2016, in der Cité scolaire „Grand Air“ zeigten sich gesund und tragen auch der Jahreszeit entsprechend Knospen und Blüten.

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