Symbolbild

Der Ausbau der Windkraft an Land bleibt für Investoren attraktiv – und wird gleichzeitig immer günstiger. Bei der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur zum 1. Mai 2026 übertraf die Nachfrage das verfügbare Volumen erneut deutlich. Die Folge: sinkende Preise, die sich am Ende auch beim Strompreis bemerkbar machen können.

„Die Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land war abermals deutlich überzeichnet. Dies schlägt sich in weiter sinkenden Zuschlagswerten nieder“, erklärt Klaus Müller, Präsident der Behörde. Konkret hatte die Bundesnetzagentur ein Volumen von 2.495 Megawatt ausgeschrieben. Bewerben wollten sich weitaus mehr: 628 Gebote mit einem Gesamtumfang von 6.409 Megawatt gingen ein – also rund das Zweieinhalbfache der angebotenen Menge.

Anzeige

Den Zuschlag erhielten am Ende 270 Gebote mit einem Umfang von 2.499 Megawatt, während 13 Angebote aus dem Verfahren ausgeschlossen werden mussten. Die ermittelten Werte bewegten sich zwischen 4,44 und 5,19 Cent pro Kilowattstunde. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert sank auf 5,06 Cent pro Kilowattstunde, nachdem er in der Vorrunde noch bei 5,54 Cent gelegen hatte.

Dieser Trend ist kein Ausreißer, sondern ein langfristiges Muster. Seit der Ausschreibung im August 2024 ist der mittlere Zuschlagswert über sieben Gebotsrunden hinweg kontinuierlich gefallen – insgesamt um mehr als 2 Cent pro Kilowattstunde. Den Löwenanteil der neuen Projekte sicherten sich Standorte in Niedersachsen mit 628 Megawatt und 70 Zuschlägen, gefolgt von Brandenburg mit 468 Megawatt sowie Nordrhein-Westfalen mit 353 Megawatt.

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der parallel laufenden Innovationsausschreibung, die auf neuartige Anlagenkombinationen abzielt. Hier waren 475 Megawatt ausgeschrieben, eingereicht wurden 46 Gebote über 749 Megawatt. Bemerkenswert: Sämtliche Angebote bezogen sich auf die Verbindung von Solaranlagen mit Speichern. 27 Gebote mit einem Volumen von 482 Megawatt erhielten einen Zuschlag, zwei wurden ausgeschlossen.

Während die Preise bei der Windkraft fielen, blieben sie in diesem Segment weitgehend stabil. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert lag bei 5,34 Cent pro Kilowattstunde und damit nahezu auf dem Niveau der Vorrunde von 5,31 Cent. Geografisch dominierte hier Bayern mit deutlichem Abstand: Allein 15 Zuschläge und 287 Megawatt entfielen auf den Freistaat, gefolgt von Schleswig-Holstein und Brandenburg mit jeweils rund 50 Megawatt.

Anzeige

Wer auf die nächsten Runden hofft, muss sich nicht lange gedulden. Die kommende Ausschreibung für Windenergie an Land ist für den 1. August 2026 angesetzt, die nächste Innovationsausschreibung folgt am 1. September 2026. Detaillierte Ergebnisse veröffentlicht die Bundesnetzagentur auf ihrer Internetseite.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein