Die weltpolitische Lage zu Beginn des Jahres 2026 ist von Krisen und Spannungen geprägt – von Venezuela über den Iran und die Ukraine bis nach Taiwan. Vor diesem Hintergrund lädt die Union Stiftung in Saarbrücken zu einer Podiumsdiskussion ein, die der Frage nachgeht, ob die bisherige regelbasierte internationale Ordnung von einer machtbasierten Logik abgelöst wird.
Am Donnerstag, 29. Januar 2026, um 19 Uhr diskutieren im Haus der Union Stiftung in der Steinstraße 10 in Saarbrücken der Politikwissenschaftler Dr. David Sirakov und der Historiker Dr. Alexander Friedmann. Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen sicherheitspolitischen Herausforderungen sich Deutschland und Europa angesichts autoritärer Tendenzen und einer zunehmenden Destabilisierung Europas stellen müssen. Moderiert wird der Abend von Detlef W. Karioth, ehemaliger Berater an der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen in New York.
Die Diskussion steht unter dem Titel „Die Welt im Krisenmodus: USA, NATO, Russland und China – von der regelbasierten zur machtbasierten Ordnung?“. Ausgangspunkt sind aktuelle Entwicklungen, die das internationale System unter Druck setzen. So intervenierte US-Präsident Donald Trump nur wenige Tage nach Jahresbeginn in Venezuela, ließ den dortigen Diktator Nicolás Maduro und dessen Ehefrau festnehmen und in die USA bringen. Kritiker warfen den Vereinigten Staaten daraufhin vor, mit dieser Operation gegen das Völkerrecht verstoßen zu haben. Parallel dazu sorgt Trumps offen zur Schau gestellte Vorliebe für Grönland für Irritationen. Ob Kauf oder Besetzung – seine Äußerungen stellen sowohl Europa als auch die NATO vor neue Herausforderungen.
Gleichzeitig spitzt sich die Lage im Iran zu. Seit Jahresbeginn nehmen Demonstrationen und Auseinandersetzungen zu, ausgelöst durch eine anhaltende Wirtschaftskrise, den Verfall der Währung und das gewaltsame Vorgehen des Mullah-Regimes gegen Demonstranten. Beobachter sehen das repressive System unter Druck und halten einen Sturz des Regimes für möglich. Auch in anderen Regionen bleibt die Lage angespannt: Russland setzt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit unverminderter Härte fort, Friedensverhandlungen haben bislang kaum Fortschritte gebracht. Parallel dazu baut Präsident Wladimir Putin seine Kontakte in die Zentralafrikanische Republik aus.
Im Nahen Osten ist der von Donald Trump vorgelegte Friedensplan ins Stocken geraten. Nach der Freilassung von Geiseln durch die Hamas weigert sich die Organisation, ihre Waffen abzugeben. Eine vergleichbare Konstellation besteht im Libanon, wo die Hisbollah seit 2006 als bewaffneter Akteur präsent ist. China wiederum verfolgt aufmerksam die Politik der USA, die Entwicklungen in Europa und den Verlauf des Ukrainekriegs. Ende Dezember 2025 ließ Staats- und Parteichef Xi Jinping eine großangelegte Militärübung mit dem Namen „Mission Gerechtigkeit 2025“ rund um Taiwan durchführen, was die geopolitischen Spannungen weiter verschärfte.
Vor diesem internationalen Hintergrund will die Veranstaltung in Saarbrücken ausloten, welche Antworten Deutschland und Europa auf eine sich wandelnde Weltordnung finden können. Diskutiert wird auch, ob Europa in dieser Konstellation überhaupt noch als Großmacht wahrgenommen wird oder ob andere Akteure die Spielregeln bestimmen. Die Podiumsdiskussion findet im Haus der Union Stiftung, Steinstraße 10, 66115 Saarbrücken, statt. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich, weitere Informationen stehen auf der Homepage der Union Stiftung unter www.unionstiftung.de/veranstaltungen bereit.



















