Fieber nach der Rückkehr aus den Tropen, ein Schlangenbiss im Urlaub oder die Frage nach der richtigen Impfung vor einer Fernreise: Solche Fälle landen immer häufiger in deutschen Arztpraxen. Das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg reagiert darauf mit einer Fortbildung für Fachpersonal aus dem Gesundheitswesen. Am Samstag, 31. Oktober, steht dort erneut das „Update Reisemedizin“ auf dem Programm.

Hinter der Veranstaltung steht der Gedanke, dass medizinisches Personal an vielen Stellen mit reisemedizinischen Fragen konfrontiert wird. „Mit unserer Veranstaltung möchten wir diesen Kolleginnen und Kollegen einen aktuellen Einblick geben, damit sie Patientinnen und Patienten bestmöglich beraten und behandeln können“, sagt Prof. Dr. Dr. Sören Becker. Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am UKS gilt als ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet. An sein Institut ist zudem eine spezielle Ambulanz für Reise- und Tropenmedizin angegliedert, die sowohl Reisende bei der Vorbereitung als auch Rückkehrer mit Beschwerden betreut.

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Inhaltlich reicht das Spektrum weit. Anhand konkreter Fälle werden typische Beschwerdebilder von Reiserückkehrenden interaktiv besprochen. Dazu kommen kompakte Updates zu Impfungen, Malaria, dem Reisen mit Kindern und zur aktuellen Infektionsepidemiologie. Als Referentinnen reisen zwei international anerkannte Expertinnen nach Homburg: Camilla Rothe, die in München die Infektions- und Tropenambulanz der LMU leitet, sowie Esther Künzli, Chefärztin am Schweizerischen Tropeninstitut in Basel.

Einen eigenen Schwerpunkt bilden Gifttier-Unfälle. Johan Marais, Direktor des African Snakebite Institute in Südafrika, bringt jahrzehntelange Erfahrung mit und erläutert anhand praktischer Beispiele, worauf es bei Erstmaßnahmen und weiterer Versorgung nach einem Schlangenbiss ankommt. Darüber hinaus stellen sich saarländische Organisationen vor, die sich medizinisch in Ländern des Globalen Südens engagieren und aus ihren laufenden Projekten berichten.

Das erklärte Ziel der regelmäßigen Fachveranstaltungen ist eine bessere Versorgung der Menschen in der Region. „Wenn die Hausärztin, der Rettungssanitäter und die Medizinische Fachangestellte für reisemedizinische Themen sensibilisiert sind, können sie Betroffenen besser helfen“, betont Becker.

Wie wichtig eine gute Vorbereitung ist, weiß der Experte aus der täglichen Arbeit der Ambulanz. Vor einer Fernreise lohne sich die Prüfung, welche Standard- und Reiseimpfungen sinnvoll sind, abhängig von Ziel, Dauer und geplanten Aktivitäten. In jedes Gepäck gehört demnach eine durchdachte Reiseapotheke mit persönlichen Medikamenten, Mitteln gegen Schmerzen und Durchfall, Verbandsmaterial sowie Sonnen- und Insektenschutz. Auch eine Auslandsreisekrankenversicherung und Informationen zur medizinischen Versorgung am Urlaubsort sollten vorab geklärt sein.

Vor Ort rät Becker, gesundheitliche Risiken nicht zu unterschätzen. Sonnen- und Hitzeschutz, saubere Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene sowie der Respekt vor den eigenen Belastungsgrenzen beugen vielen Problemen vor. Treten nach der Rückkehr Fieber, anhaltender Durchfall, Hautveränderungen oder ungewöhnliche Erschöpfung auf, sollte man dies ärztlich abklären lassen und die zurückliegende Reise unbedingt erwähnen, auch noch Wochen später.

Dass reisemedizinisches Wissen längst nicht mehr nur Fernreisende betrifft, zeigt ein Blick vor die eigene Haustür. Mit der Asiatischen Tigermücke und anderen wärmeliebenden Arten etablieren sich in Deutschland Tiere, die bestimmte Krankheitserreger übertragen können. Auch der Schutz vor Hitze und intensiver Sonne gewinnt in zunehmend heißen Sommern an Bedeutung. Anmeldungen für das „Update Reisemedizin“ sind per Mail an tropenmedizin@uks.eu oder telefonisch unter 0 68 41 / 16 – 2 39 66 möglich.

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