Millionen Haushalte in Deutschland haben im vergangenen Jahr durch einen Wechsel ihres Energieversorgers bares Geld gespart – insgesamt mehr als 400 Millionen Euro. Das geht aus neuen Daten hervor, die die Bundesnetzagentur auf ihrer Energiemarktdatenplattform SMARD veröffentlicht hat. Demnach wechselten 2025 rund 6,7 Millionen Haushalte ihren Stromlieferanten und sparten dabei zusammen etwa 280 Millionen Euro. Beim Gas vollzogen rund 2,1 Millionen Haushalte den Anbieterwechsel, was eine Gesamtersparnis von rund 126 Millionen Euro ergab.
„Der Wechsel des Energielieferanten ist für Kundinnen und Kunden eine attraktive Möglichkeit, um ihre Kosten zu senken“, erklärte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Die weiterhin hohe Zahl der Wechsel zeige, dass Verbraucherinnen und Verbraucher aktiv vom Wettbewerb am Energiemarkt profitierten. Gleichzeitig verwies die Behörde darauf, dass ein Großteil der Haushalte nach wie vor beim bisherigen Versorger geblieben sei – obwohl sich ein Wechsel finanziell lohnen könnte.
Die Zahlen für 2025 liegen nur knapp unter dem historischen Höchststand des Vorjahres. 2024 hatten 6,9 Millionen Haushaltskunden ihren Stromlieferanten gewechselt und 2,4 Millionen ihren Gasanbieter. Die geschätzte finanzielle Entlastung fiel damals allerdings deutlich höher aus: rund 2,3 Milliarden Euro im Strombereich und 1,1 Milliarden Euro beim Gas. Dass die Einsparungen pro Wechsel 2025 geringer ausfielen, hängt mit den inzwischen gesunkenen Neukundenpreisen zusammen, die den Abstand zwischen Alt- und Neuverträgen verringert haben.
Zugleich macht die Bundesnetzagentur auf ein wachsendes Problem aufmerksam: Auf der Verteilernetzebene häufen sich offenbar Schwierigkeiten, die den Lieferantenwechsel für Verbraucher erschweren. Details dazu nannte die Behörde in ihrer Mitteilung nicht, doch die Erwähnung signalisiert, dass der Prozess trotz hoher Wechselbereitschaft nicht überall reibungslos verläuft.
Für das laufende Jahr 2026 sieht die Bundesnetzagentur weiteres Einsparpotenzial. Nach ihrer Modellierung lag der Neukundenpreis für Strom im Januar 2026 bei 34,9 Cent pro Kilowattstunde – rund sieben Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ergibt sich daraus eine mögliche Ersparnis von etwa 95 Euro pro Haushalt. Sollte die Wechselbereitschaft auf dem Niveau von 2025 bleiben, könnten sich die Entlastungen im Strombereich auf rund 590 Millionen Euro summieren.
Noch deutlicher fällt das Sparpotenzial beim Gas aus. Der modellierte Neukundenpreis sank im Januar 2026 auf 9,6 Cent pro Kilowattstunde, ein Rückgang von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei einem typischen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden können wechselwillige Haushalte damit etwa 360 Euro im Jahr einsparen. Hochgerechnet auf eine ähnliche Wechselaktivität wie 2025 beliefe sich die Gesamtentlastung auf rund 390 Millionen Euro.
Unterm Strich zeigen die Daten ein klares Bild: Der Energiemarkt bietet Verbrauchern nach wie vor erhebliche Einsparmöglichkeiten, wenn sie bereit sind, Preise zu vergleichen und den Anbieter zu wechseln. Dass die Wechselzahlen seit zwei Jahren auf hohem Niveau verharren, spricht für ein gewachsenes Kostenbewusstsein in deutschen Haushalten. Detaillierte Kennzahlen und weiterführende Informationen stellt die Bundesnetzagentur auf ihrer Plattform SMARD bereit.






















