Foto: Markus Hagen
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Ein sportlich wie organisatorisch außergewöhnliches Jahr liegt hinter den Handballern des TV Homburg. 2025 war geprägt von großem Jubel über den Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga Südwest, aber auch von existenziellen Fragen rund um die wirtschaftliche Zukunft der Handballabteilung. Am Ende stand dennoch der Wiederaufstieg in die Dritte Bundesliga – und eine herausfordernde Hinrunde auf neuer sportlicher Ebene.

Sportlich lief zunächst alles nach Plan. Mit 46:6 Punkten sicherte sich der TV Homburg unter Trainer Pedro Vieira souverän den Titel in der Regionalliga Südwest. Fünf Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten HV Vallendar unterstrichen die Dominanz der Mannschaft. Die Grundlage für diesen Erfolg war bereits in der Vorsaison gelegt worden, als der damalige sportliche Leiter Jörg Ecker nicht nur Vieira verpflichtete, sondern auch den Kader gezielt verstärkte. Die Meisterschaft selbst erlebte Ecker jedoch nicht mehr. Nach schwerer Krankheit verstarb er im März des Jahres – ein einschneidender Moment für die gesamte Handballabteilung des Vereins.

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Parallel zum sportlichen Erfolg rückte eine andere Realität in den Fokus. Die finanzielle Basis für einen erneuten Antritt in der Dritten Bundesliga erwies sich als fragil. Zunächst verzichtete der Verein auf die fristgerechte Lizenzbeantragung beim Deutschen Handball-Bund. Guido Kawolus, der erst wenige Wochen zuvor die Geschäftsführung der Handball-Marketing GmbH übernommen hatte, und der Vorsitzende des Gesamtvereins, Rüdiger Schneidewind, standen vor der Aufgabe, die wirtschaftlichen Voraussetzungen neu zu ordnen. In Gesprächen mit Sponsoren und Spielern gelang es schließlich, zusätzliche Mittel zu sichern. Auch der Verzicht einzelner Akteure auf Teile ihrer Vergütung trug dazu bei, dass der Lizenzantrag doch noch gestellt werden konnte. In letzter Minute wurde die Zulassung für die Dritte Liga Südwest erteilt.

Nach dem Wiederaufstieg begann für den TV Homburg die sportliche Vorbereitung auf eine deutlich anspruchsvollere Spielklasse. Mit Patrick Grabenstätter übernahm ein ehemaliger Co-Trainer die sportliche Leitung. Der Kader wurde punktuell verstärkt, unter anderem mit Marcel Szöllösi, Robin von Lauppert, Fabian Schommer und Tim Altmeyer. Doch früh machte das Verletzungspech einen Strich durch die Planungen. Altmeyer zog sich bereits in der dritten Trainingseinheit einen Wadenbeinbruch zu und fiel monatelang aus. Auch Stammtorhüter Patrick Schulz und Rückraumspieler Jan Philipp Valda standen verletzungsbedingt über längere Zeit nicht zur Verfügung.

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Der Start in die Drittliga-Saison verlief entsprechend schwierig. Nach einer deutlichen Heimniederlage gegen die TSG Münster folgte ein Unentschieden bei Interaktiv Düsseldorf – der einzige Punktgewinn in den ersten Wochen. In vielen Partien hielt der TV Homburg lange Zeit gut mit, verlor jedoch in den Schlussphasen an Stabilität. Nach mehreren knappen und teilweise unglücklichen Niederlagen gelang am elften Spieltag mit einem 41:37-Heimsieg gegen die Bergischen Panther der erste Erfolg. Dennoch blieb die Mannschaft zur Winterpause im Tabellenkeller.

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Trotz der angespannten Situation ist der Klassenerhalt weiterhin erreichbar. Der Rückstand auf die direkten Konkurrenten ist überschaubar, entscheidende Duelle stehen in eigener Halle an. Mit der Rückkehr verletzter Spieler und der Hoffnung auf mehr Konstanz in Abwehr und Angriff setzt der Aufsteiger auf eine Stabilisierung in der Rückrunde. Nach einem Jahr voller Brüche, Rückschläge und Wendepunkte bleibt für den TV Homburg die Chance, sportlich in der Dritten Bundesliga Fuß zu fassen.

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