Für den Aufsteiger und Drittligisten TV Homburg geht es am Samstag um 18.30 Uhr im Heimspiel in der Sporthalle der Robert-Bosch-Schule gegen den Tabellenvorletzten TSG Haßloch um die wohl letzte Chance, nicht vorzeitig alle Hoffnungen auf den Klassenerhalt zu verspielen. Das ist auch dem scheidenden Trainer Pedro Vieira bewusst: „Nach den Niederlagen gegen Interaktiv Düsseldorf und zuletzt beim HLZ Friesenheim/Hochdorf II ist ein Heimsieg in diesem erneuten Kellerduell Pflicht, wenn wir noch reelle Chancen auf Platz 14 haben wollen.“
Die Ausgangslage ist klar: Schlusslicht TV Homburg hat erst drei Punkte auf dem Konto und liegt vor dem dritten Rückrundenspieltag einen Zähler hinter der TSG Haßloch. Der Relegationsplatz 14 ist fünf Punkte entfernt. „Wir sind gewillt, alles zu geben, um dieses Heimspiel nach langer Durststrecke endlich zu unseren Gunsten zu entscheiden“, betont Vieira.
Dabei denkt nicht nur der Trainer an das Hinspiel in Haßloch zurück. Zehn Minuten vor dem Ende führte der TV Homburg dort mit 25:22, wenige Minuten später lag der TVH sogar mit 28:26 vorne. Doch 90 Sekunden vor dem Abpfiff stand es 29:29. Der TV Homburg hatte den letzten Angriff, leistete sich 15 Sekunden vor dem Ende jedoch einen Fehlpass. Haßloch kam noch einmal an den Ball und gewann die Partie drei Sekunden vor der Schlusssirene durch den Treffer von Niklas Glindermann mit 30:29. „Bitter, wie wir hier die Punkte vergeben haben“, erinnert sich Vieira. „Wir haben jetzt noch diese eine, letzte Möglichkeit. Ich hoffe, dass wir es nervlich schaffen, um Haßloch zu bezwingen.“
Verzichten muss der TV Homburg erneut auf Evaldo Almeida, der weiterhin beim Afrika-Cup im Einsatz ist. Rückraumspieler Jan Philipp Valda könnte nach längerer Verletzungspause aufgrund eines Kreuzbandanrisses wieder zum Kader zählen. „Das entscheiden wir kurzfristig. Wir müssen abwarten, wie er sich fühlt“, so Vieira. Fest steht dagegen, dass der Portugiese den TV Homburg nach zwei Jahren zum Saisonende verlassen wird.
Vieira hatte den TVH im Juni 2024 übernommen und nach dem Abstieg zurück in die Dritte Liga geführt. Nun haben die sportliche Leitung um Roman Kolepp sowie Mike White, Geschäftsführer der Handball-Marketing GmbH, gemeinsam mit dem Vorstand entschieden, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. „Ich werde auf jeden Fall alles geben, um mit dem TVH das Bestmögliche zu erreichen – das heißt Klassenerhalt“, gibt sich Vieira kämpferisch.
Auch Mike White und Roman Kolepp sind überzeugt, dass Vieira bis zuletzt alles investieren wird. „Pedro ist ein Profi. Wir wissen, dass er alles zeigen und geben wird, um mit dem TV Homburg die Liga zu halten, auch wenn er uns nach der Saison verlassen wird“, so beide unisono. Inzwischen haben Kolepp und White mit dem 42-jährigen Theodoros Megalooikonomen einen Nachfolger bis Juni 2028 verpflichtet. Der Grieche, derzeit noch Trainer beim Regionalligisten TuS Dansenberg, bringt viel Erfahrung mit. Als Spieler stand er zwischen 2000 und 2016 unter anderem in der ersten griechischen Liga beim HC Kilkis, HC AEK und HC Diomidis unter Vertrag. Im Sommer 2016 wechselte er zum TuS Dansenberg, wo er bis 2021 als Spieler aktiv war, anschließend zunächst als Co-Trainer und später als Cheftrainer arbeitete.
„Die ersten Kontakte mit Theodoros hatten wir bereits im Dezember. Wir sind überzeugt, mit ihm etwas Neues aufbauen zu können – unabhängig davon, ob wir die Dritte Liga halten oder in die Regionalliga Südwest absteigen“, erklärt Kolepp. Megalooikonomen hat den TV Homburg bereits mehrfach beobachtet und sagt: „Solange Platz 14 rechnerisch noch erreichbar ist, hoffen wir alle, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen.“ Sollte der Abstieg nicht mehr zu vermeiden sein, sei man sich dennoch einig: „Dann werden wir alles daransetzen, aus der Regionalliga schnell wieder in die Dritte Bundesliga zurückzukehren.“
Parallel dazu laufen die Planungen für die kommende Saison bereits auf Hochtouren. „Unabhängig von der Ligazugehörigkeit können wir den Kern des Kaders zusammenhalten“, erklärt Kolepp. Dazu zählen Andreas Schneider, Jan Ole Schimmel, Robin Egelhof, Tim Altmeyer, Jan Philipp Valda, Ante Grbavac, Robin von Lauppert, Leif Schäfer und Konrad Wagner. Peter Gohl wird aufgrund seines Studiums kürzertreten. Torhüter Patrick Schulz beendet nach einem Bizepssehnenriss seine Karriere.
Erste Neuverpflichtungen stehen ebenfalls fest: Neben dem bereits verpflichteten Perspektivspieler Sebastian Birster (18) von der SG Zweibrücken II kommen zur neuen Saison Linksaußen Tim Schaller (26) vom Zweitligisten Eulen Ludwigshafen sowie Max Kroner (20) vom Drittligisten TuS Opladen, der früher beim SV 64 Zweibrücken spielte. „Für die kommende Saison suchen wir noch einen Kreisläufer, einen Rückraum-Mitte-Spieler, einen Rückraum-Links-Spieler sowie einen Rechtsaußen“, so Kolepp.























