Dimly lit theater stage with red curtains and audience silhouettes under spotlights.
Symbolbild Foto: Monica Silvestre

Vier Theater in Deutschland dürfen sich über eine der höchsten Auszeichnungen der Bundesregierung im Bereich der darstellenden Künste freuen: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat am 16. März 2026 die diesjährigen Preisträger des Theaterpreises des Bundes verkündet. Den mit 200.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden. Drei weitere Häuser werden mit jeweils 100.000 Euro gewürdigt.

„Theater sind Laboratorien der Demokratie“, sagte Weimer bei der Bekanntgabe. Sie schafften Räume, „in denen gesellschaftliche Fragen verhandelt, Konflikte sichtbar gemacht und neue Perspektiven eröffnet werden“. Mit dem Preis zeichne die Bundesregierung Häuser aus, die diese Aufgabe „mit künstlerischer Exzellenz und strukturellem Mut“ erfüllten. Seine herzlichen Glückwünsche gälten allen Preisträgern.

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Neben dem Dresdner Kunstzentrum HELLERAU gehen die weiteren Auszeichnungen an das Theater Oberhausen, das stellwerk junges theater in Weimar sowie das Theater Lindenhof im schwäbischen Burladingen-Melchingen. Die Bandbreite der Preisträger ist bemerkenswert: Sie reicht von einem international vernetzten Zentrum für zeitgenössische Kunst über ein traditionsreiches Stadttheater im Ruhrgebiet und eine junge Bühne in Thüringen bis hin zu einem ländlich verankerten Haus auf der Schwäbischen Alb. Alle vier Einrichtungen können die Preisgelder sowohl für ihre künftige Programmarbeit als auch zur Verbesserung ihrer Produktionsbedingungen einsetzen.

Die feierliche Verleihung findet am 17. April 2026 im Haus der Berliner Festspiele statt. Unter der künstlerischen Leitung von Ron Zimmering soll die Gala zu einer Hommage an das Theater werden. Ein hochkarätig besetztes Ensemble wird Wendepunkte der Theatergeschichte von der Antike bis in die Gegenwart auf die Bühne bringen. Ergänzt wird das Programm durch Gastbeiträge von Dominique Horwitz und Jonathan Meese – zwei Künstler, die auf ganz unterschiedliche Weise für die Grenzüberschreitung zwischen den Genres stehen.

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Der Theaterpreis des Bundes wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien auf Empfehlung einer unabhängigen Fachjury vergeben. Dem neunköpfigen Gremium gehörten in diesem Jahr Yvonne Büdenhölzer, Hendrik Frobel, Martina Grohmann, Clemens Leander, Stawrula Panagiotaki, Gundula Reinig, Johanna Sandberg, Simon Strauß und Julian Warner an. Als Projektträger verantwortet der Fonds Darstellende Künste sowohl das Juryverfahren als auch die Organisation der Preisverleihung.

Mit der Entscheidung setzt die Jury ein deutliches Signal: Ausgezeichnet werden nicht allein große, etablierte Institutionen, sondern auch kleinere Häuser, die mit begrenzten Mitteln außergewöhnliche künstlerische Arbeit leisten. Gerade in einer Zeit, in der viele Theater um ihre Finanzierung ringen, verleiht der Bundespreis den Gewinnern nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch konkrete finanzielle Spielräume für die kommenden Spielzeiten.