Symbolbild

Jutta Schmitt-Lang und Hermann Scharf sehen enormen Aufwand für Schulstandorte und zu hohe Hürden für kluges Testen. Die gesamte Schulgemeinschaft im Saarland setzt große Hoffnungen in den Start der Corona-Testungen.

„Wir alle versprechen uns mehr Sicherheit für Lehrer und Schüler und bessere Voraussetzungen für zeitnahe weitere Schulöffnungen“, so die CDU-Bildungspolitikerin Jutta Schmitt-Lang. Deshalb sei es umso wichtiger, dass die Teststrategie, die das Bildungsministerium kurzfristig diese Woche auf den Weg gebracht hat und die bereits in der nächsten Woche greifen soll, auch in der Praxis bestehen kann. „Das oberste Ziel muss kluges Testen sein! Gut strukturiert, zielgerichtet, praktikabel. Uns beunruhigen deshalb die massiven Hilferufe und Überlastungsanzeigen aus den Schulen, die uns umgehend erreichten“, zeigte sich Schmitt-Lang besorgt. Auf diese Probleme müsse entschlossen reagiert werden. „Es ist gut, dass getestet wird, aber am ‚wie‘ sollte noch nachjustiert werden.“ So sollte die Personalisierung generell über zentrale Stellen geregelt werden und eine Zuteilung in jedem Fall strukturiert erfolgen. Die Schulen seien mit der Organisation von Wechselunterricht und Hygienekonzepten am Anschlag.  Sie sind in der jetzigen Situation völlig überfrachtet damit, selbst Ärztinnen und Ärzte für die Testungen zu finden. Zumal dieser immense Kraftakt durch die Zulassung der Selbsttests diese Woche schon fast überholt sei.

„Ich habe außerdem große Sorge, dass die Schulen überhaupt alle die Chance haben, auf der ausgegebenen Liste einen Arzt zu finden“, so der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Hermann Scharf. „Wenn beispielsweise in einer Kommune wenige Ärzte bereitstehen, aber mehr als 10 teils große Schulstandorte versorgt werden müssen, braucht es ganz klar einen Plan B. Diese Ärzte können nicht überall zeitgleich sein.“ Wo immer es entlastet, müssten daher andere Lösungen möglich sein. Die Krankenschwester in einer Förderschule, die Arzthelferin oder der Sanitäter könne ebenso zuverlässig einen Schnelltest vornehmen. Mit dieser Personalakquise könne man die Schulen aber nicht alleine lassen. „Ich habe den enormen Testaufwand in sozialen Einrichtungen seit Wochen eng begleitet. Ich weiß, welche Lawine hier auf die Schulen zurollt. Kluges Testen muss deshalb klug vorbereitet und vorstrukturiert sein. Auf die Erfahrungen, die in anderen Bereichen gemacht wurden, sollte man auch im Bildungsbereich zurückgreifen“, zeigte sich Scharf überzeugt.

„Wichtig ist doch vor allem, dass die Test-Strategie praktikabel, belastbar und verlässlich ist, damit Infektionen aufgedeckt werden und der Gesundheitsschutz hoch ist, für Lehrkräfte und Schüler vor Ort“, so Jutta Schmitt-Lang. Möglich wäre auch der Einsatz von Hilfsorganisationen oder freiwilligen Unterstützern. „So könnte auch eine ‚Test-Feuerwehr‘ eingerichtet werden, die bei Engpässen einspringt. Denn was macht eine Schule, wenn der eingeplante Arzt kurzfristig ausfällt? Die Schulleiter sollten jedenfalls nicht in einen Wettstreit um Ärzte geraten müssen.“

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