Nach wochenlangen Verhandlungen steht ein neuer Tarifvertrag für die Beschäftigten im saarländischen kommunalen Nahverkehr. In der fünften Runde der Gespräche über den TV-N Saar einigten sich ver.di und die Arbeitgeberseite am 28. April auf ein Paket aus Entgeltsteigerungen und verbesserten Arbeitsbedingungen. Nun haben die Gewerkschaftsmitglieder bis zum 5. Mai Zeit, über die Annahme des Ergebnisses abzustimmen.
Der Abschluss sieht eine stufenweise Anhebung der Gehälter über insgesamt 36 Monate vor. Bereits ab April 2026 steigen die Entgelte um 3,0 Prozent, wobei eine Mindesterhöhung von 110 Euro greift – ein Detail, das vor allem den unteren Einkommensgruppen zugutekommt. Im Mai 2027 folgt ein Plus von 2,8 Prozent, im April 2028 kommen weitere 2,5 Prozent hinzu. Über die gesamte Laufzeit summiert sich das auf eine Steigerung von 8,3 Prozent. Zudem wurde festgelegt, dass das Einstiegsgehalt in der Entgeltgruppe 5, Stufe 1, ab dem 1. April 2028 bei 3.450,87 Euro liegen wird.
Neben dem finanziellen Aspekt konnten auch im Manteltarifvertrag, der auf 48 Monate angelegt ist, deutliche Verbesserungen durchgesetzt werden. Vollzeitbeschäftigte erhalten künftig einen zusätzlichen Urlaubstag. Der Pausenabzug wird auf maximal 30 Minuten begrenzt, eine Vorfeiertagszulage wurde neu eingeführt, und bei den Ruhezeiten gibt es Anpassungen. Gerade für Fahrerinnen und Fahrer, deren Arbeitsalltag von geteilten Diensten und unregelmäßigen Schichten geprägt ist, dürften diese Regelungen spürbare Entlastung bringen.
ver.di-Verhandlungsführer Janosch Fegert machte deutlich, wem er den Erfolg zuschreibt: „Dieses Ergebnis ist kein Geschenk der Arbeitgeber. Es ist das Resultat von Druck, Entschlossenheit und dem unermüdlichen Einsatz der Beschäftigten.“ Wochenlang hätten die Kolleginnen und Kollegen gezeigt, dass sie bereit seien, für ihre Forderungen zu kämpfen. „Diese Geschlossenheit hat heute den Ausschlag gegeben“, so Fegert.
Der Weg zum Abschluss war alles andere als geradlinig. Fünf Verhandlungsrunden brauchte es, bis beide Seiten zueinanderfanden. Dass die Beschäftigten in den Betrieben während dieser Phase geschlossen auftraten und Streikbereitschaft signalisierten, hat die Dynamik am Verhandlungstisch nach Einschätzung der Gewerkschaft maßgeblich beeinflusst. Fegert unterstrich das noch einmal mit Nachdruck: „Die Beschäftigten halten den Nahverkehr im Saarland jeden Tag am Laufen. Sie verdienen Respekt, faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen, die ihrer Verantwortung und Belastung gerecht werden. Dieser Abschluss zeigt eindrucksvoll, dass sich Zusammenhalt, Organisation und Streikbereitschaft auszahlen.“
ver.di wertet das Verhandlungsergebnis als wichtigen Schritt, um die Arbeitsbedingungen im saarländischen Nahverkehr nachhaltig zu verbessern. Ob der Abschluss tatsächlich in Kraft tritt, liegt jetzt in den Händen der Mitglieder. Ihre Abstimmung läuft bis zum 5. Mai – erst dann steht fest, ob das Paket die nötige Zustimmung erhält oder die Gewerkschaft erneut an den Verhandlungstisch zurückkehren muss.





















