Foto: Ministerium

Alle hatten ihren Spaß beim Obstschnippeln. Hochkonzentriert schälten die Kinder der Bachtalschule in der Schulküche die Äpfel, Birnen und Apfelsinen und stellten sich dabei mindestens so geschickt an wie der Minister. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, der herrlich bunte Obstsalat wurde beim gemeinsamen Frühstück im Anschluss mit Appetit verspeist. Der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Reinhold Jost, besuchte am Montag, dem Tag der gesunden Ernährung, die Grundschule in Schwalbach-Elm. 

Der Minister hatte hier leichtes Spiel. Von gesunder Ernährung mussten die Schüler und das Kollegium um Schulleiterin Margret Neumeier nicht erst überzeugt werden. Für die Elmer Lehrer ist das Thema Ernährung kein Randthema. Die Bachtalschule gehört zu den ersten Schulen, die am Schulobstprogramm teilgenommen haben, seit 2009 ist sie dabei.

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„Ernährungsbildung ist uns wichtig. Wissen wir doch, dass unsere Essgewohnheiten im Kindesalter geprägt werden. Meine Hochachtung und mein Dank gelten daher den Lehrerinnen und Lehrern, den SaarLandfrauen und allen Helfern, die sich hier seit Jahren mit uns zusammen engagieren“, so der Minister.

Dass das Schulobstprogramm im Saarland ein solcher Renner würde, hatte zu Beginn noch keiner geahnt. Im Jahr 2009 hat das Saarland als erstes Bundesland das Programm der EU flächendeckend eingeführt. Von Jahr zu Jahr stieg die Zahl der teilnehmenden Schulen. 2014 wurden auch Kitas in das Projekt aufgenommen.  In den Genuss der kostenlosen Lieferungen kommen mittlerweile Grund- und Förderschulen, Kindertagesstätten sowie weiterführende Schulen. Aktuell nehmen im Saarland 360 Einrichtungen mit 32.730 Kindern teil. Zur Finanzierung dieses Programms stehen für das laufende Schuljahr 850.000 € zur Verfügung. Davon trägt die EU 675.000 €.

„Die steigende Nachfrage und unser Ehrgeiz, auch dem Wunsch vieler Kindertagesstätten nach frischem Obst und Gemüse nachzukommen, haben allerdings aktuell zur Folge, dass wir mit dem zur Verfügung stehenden Geld anders wirtschaften müssen“, so der Minister.

Damit das Programm bis zu den Sommerferien fortgeführt werden kann, wurden im Februar die Lieferungen auf einmal wöchentlich umgestellt. „Damit stellen wir sicher, dass alle am Programm teilnehmenden Kinder weiterhin bis zu den Sommerferien mit Obst und Gemüse regionaler Anbieter beliefert werden und ihre Vitaminspritze erhalten“, so Jost weiter.

Die flankierenden Maßnahmen der Ernährungsbildung werden wie geplant bis Schuljahresende fortgeführt und umgesetzt. „Das Schulobstprogramm der EU ist kein Obst-Vollversorgungsprogramm“, stellte Jost klar. „Da es uns in erster Linie darum geht, den Kindern das Wissen und den Umgang mit gesunden Lebensmitteln zu vermitteln, war es uns wichtig, alle Kitas und Schulen bis zu den Sommerferien mitzunehmen – bei reduzierter Lieferung.  Wir verfolgen auch weiterhin unser Ziel, die Kinder frühzeitig auf den Geschmack von frischem Obst und Gemüse zu bringen und so dazu beizutragen, gesundheitsfördernde Essgewohnheiten zu etablieren.“

Der Minister wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass eine Reihe von Bundesländern generell nur eine wöchentliche Lieferung anbieten. Und Baden-Württemberg beispielsweise zahlt nur die EU-Mittel aus, die restliche Finanzierung müssen die teilnehmenden Schulen sicherstellen.

Hintergrund:

Das Saarland führt seit 2009 als erstes Bundesland das Schulobstprogramm sehr erfolgreich an saarländischen Schulen durch. Das Programmfinanziert sich aus EU-Mitteln (75 %) und Landesmitteln (25 %). Am Schulobst- und gemüseprogramm beteiligen sich aktuell neun Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen und das Saarland. Ergänzt wird das Programm durch vorgeschriebene begleitende Maßnahmen wie zum Beispiel Informationsmaterialien, Unterrichtseinheiten, Besuche auf dem Bauernhof oder bei Obstanbaubetrieben.

Evaluationen belegen den Erfolg des Programms im Hinblick auf Ernährungsbildung sowie hinsichtlich einer positiven Veränderung der Ernährungsgewohnheiten von Kindern.

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