Für die SV Elversberg beginnt das Pflichtspieljahr an der Kaiserlinde – und gleich mit einer Aufgabe, die volle Konzentration verlangt. Mit dem VfL Bochum kommt ein Gegner, der sich nach schwierigem Saisonstart stabilisiert hat und zuletzt spürbar an Fahrt aufgenommen hat. Es wartet also ein Gegner, der sportlich weit mehr ist als ein Blick auf die Tabelle vermuten lässt.
SVE-Trainer Vincent Wagner ordnet die Partie entsprechend ein. „Es kommt ein sehr, sehr guter Gegner auf uns zu“, sagt Wagner und verweist auf die Entwicklung seit dem Trainerwechsel in Bochum. „Sie spielen sehr mutig, sind sehr intensiv im Anlaufen und gut im Umschalten und bei Standards.“ Dass der VfL trotz Tabellenmittelfeld kein gewöhnlicher Gegner ist, steht für ihn außer Frage: „Sie waren nicht umsonst am Anfang der Saison einer der Aufstiegsfavoriten.“
Besonders das jüngste 3:3 gegen Darmstadt hat Wagner im Blick. „Sie haben nicht umsonst gegen Darmstadt – eine der besten Mannschaften der Liga – 3:3 gespielt. In Phasen hatten sie sogar mehr verdient“, sagt der Elversberger Coach. Bochum sei „deutlich im Kommen“, die Qualität im Kader unbestritten und verweist auf die Entwicklung seit dem Trainerwechsel.
Für Elversberg selbst ist das Heimspiel auch eine Reaktion auf die Niederlage in Nürnberg. Dort führte die SVE zweimal, kassierte aber drei Gegentore. Wagner benennt die Lehre klar: „Gut wäre es schon mal, wenn wir deutlich weniger Gegentore kriegen.“ Drei Treffer seien schlicht zu viel gewesen. „Wenn wir es schaffen, genauso viele Tore zu schießen wie in Nürnberg und weniger Gegentore bekommen, dann sind wir schon auf einem guten Weg.“
Für Elversberg selbst ist das Heimspiel auch ein emotionaler Neustart. Wagner spricht offen über den besonderen Charakter der Kaiserlinde: „Zuhause zu spielen, ist einfach noch mal ein anderes Gefühl“, sagt er. Die Mannschaft habe sich dort in der Hinrunde sehr wohlgefühlt, sei lange ungeschlagen geblieben. Gerade in engen Phasen könne die Atmosphäre ein Faktor werden: „Wenn wir Druck aufbauen und es auf unsere Kurve geht, dann ist das schon ein Faktor.“
Personell entspannt sich die Lage etwas. Bambasé Conté ist nach überstandener Erkrankung wieder im Training, Maximilian Rohr könnte nach leichten Beschwerden ebenfalls zurückkehren. Wagner zeigte sich unter der Woche zufrieden mit der Arbeit seiner Mannschaft. Die längere Trainingsphase habe ermöglicht, gezielt an Details zu arbeiten – defensiv wie im Spielaufbau.
Auch der Gegner reist mit klarer Haltung an. Bochums Trainer Uwe Rösler zollt Elversberg großen Respekt. Die Entwicklung der SVE bezeichnete er als „Produkt von Stabilität, Kontinuität und harter Arbeit“. Elversberg stehe „zu Recht da oben“ und sei eine Mannschaft, „die ihre Prinzipien über Jahre verinnerlicht hat“. Trotz der Auswärtsfahrt lasse Bochum nicht locker: „Wir wollen dort unbedingt was holen“, sagte Rösler und kündigte an, sich nicht an möglichen Folgespielen zu orientieren. „Für mich zählt nur Elversberg.“
Die Rollen sind damit klar verteilt. Elversberg setzt auf Heimstärke und Kontrolle, Bochum auf Intensität und Mut. Welche Idee sich durchsetzt, dürfte früh sichtbar werden – und darüber entscheiden, wer den Ton an der Kaiserlinde angibt.




















