Fabian Stalter (links) Foto: Verein/Verband
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Silber bei einer Weltmeisterschaft – und das ausgerechnet in einer Disziplin, die eigentlich gar nicht seine Spezialität ist: Der Homburger Fabian Stalter hat bei den Masters-Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu einen bemerkenswerten Erfolg gefeiert. Gemeinsam mit seiner Vereinskollegin Christine Ecker vom Leichtathletik Team Saar mit Stammverein LC DJK Erbach vertritt er die Region auf der ganz großen internationalen Bühne.

Die Kulisse hätte kaum eindrucksvoller sein können. Rund 7.400 Athletinnen und Athleten aus 106 Nationen sind in Daegu am Start – in jenem Stadion, in dem einst die FIFA-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde und Usain Bolt zu Weltmeister-Ehren kam. Allein die Eröffnungsfeier lockte in dieser Woche rund 40.000 Zuschauer auf die Ränge.

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Stalter, der in der Altersklasse M35-39 antrat, lieferte im Stabhochsprung einen Wettkampf ab, der an Dramatik kaum zu übertreffen war. Am Ende teilte er sich die 3,95 Meter mit dem Japaner Tatsuya Yatake – höhengleich und mit exakt derselben Anzahl an Fehlversuchen. Weil sich beide die Silbermedaille teilten, wurde keine Bronzemedaille vergeben, und der Chinese Xuemiao Song landete mit 3,80 Metern auf Rang vier. Kurios: Auch der spanische Sieger José Antonio Torres Castro übersprang 3,95 Meter – ihm reichte ein einziger Fehlversuch weniger als Stalter und Yatake zum Gold.

Wie hoch dieser Erfolg einzuordnen ist, zeigt ein Blick in die heimische Statistik: Im Saarland schafften in den vergangenen zehn Jahren – von der Jugend bis zu den Erwachsenen – neben Stalter nur fünf Athleten die Marke von vier Metern oder mehr. Und das, obwohl der 37-Jährige, der im kommenden Monat 38 Jahre alt wird, eigentlich Zehnkämpfer ist und sich damit gegen ausgewiesene Spezialisten durchsetzte.

„So ein knapper Wettkampf – das hat schon richtig viel Spaß gemacht“, freut sich Stalter. Dass ihm die australischen Konkurrenten kurzerhand ihre Stäbe liehen, ist für ihn typisch für den Sport: „In der Leichtathletik herrscht immer Sportlichkeit, allein deswegen mag ich die Sportart schon so.“ Höher wäre womöglich drin gewesen, doch der Stab sei dann zu weich geworden. „Hätte, hätte, Fahrradkette. Im Endeffekt zählt, was am Tag X im Wettkampf passiert, und mit der Silbermedaille kann ich zufrieden sein.“

Einen besonderen Dank richtet Stalter an seinen Stabhochsprungtrainer Herbert Raubuch, der ihn live per WhatsApp coachte. Möglich machte das ein Helfer des DLV, der Raubuch während des Wettkampfs Videoaufnahmen schickte, damit dieser dem Athleten unmittelbar Rückmeldung geben konnte. Ebenso dankte Stalter seinen Heimtrainerinnen Karin Becker und Christine Ecker, die ihn technisch und athletisch für Sprint, Sprung und Wurf vorbereiten.

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Christine Ecker (Mitte) mit Christel und Johannes Ney, beides Saarländer, die in Daegu als Kampfrichter aktiv sind.
Foto: Verein/Verband

Ecker selbst ging im Hammerwurf der Altersklasse W60-64 an den Start und erreichte mit 30,94 Metern den achten Platz sowie den Einzug in den Endkampf. Der Sieg ging an die Französin Claudine Cacaut mit 43,18 Metern. „Das war am Ende ein überraschender achter Platz“, sagt Ecker. „Ich hatte aufgrund der Meldeleistungen nicht damit gerechnet. Mit Saisonbestleistung und einer Weite von über 30 Metern war das okay.“

Ihr Hauptaugenmerk liegt allerdings auf ihrer Spezialdisziplin: Im Diskuswurf tritt sie am 29. August an – und geht mit 32 Metern als Werferin mit der fünftbesten Vorleistung ins Rennen. Für die beiden Homburger ist die Reise nach Südkorea damit noch längst nicht zu Ende.

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