Die Homburger Altstadt wird am Donnerstag, 24. Juli, zum Schauplatz gelebter Demokratiegeschichte. Unter dem Motto „Das Homburger Völkchen ist äußerst liberal“ lädt die Siebenpfeiffer-Stiftung zu einer historischen Stadtführung ein – mit erzählerischer Kraft, politischem Tiefgang und szenischer Inszenierung.
Im Zentrum stehen jene Orte, an denen sich zwischen 1830 und 1832 bedeutende Szenen des demokratischen Aufbruchs im Südwesten abspielten. Der Rundgang führt zu originalen Schauplätzen aus der Zeit vor dem Hambacher Fest – darunter das ehemalige „Landcommissariat“, das Gasthaus Cappel und die Druckerei der „Deutschen Tribüne“. Historisch belegt ist, dass sich das freiheitliche Gedankengut damals nicht nur in Reden und Schriften zeigte – sondern auch im persönlichen Mut der Beteiligten.
Besonders lebendig wird die Führung durch die Figur der Regina Wirth, verkörpert von Monika Link. In zeitgenössischem Kostüm lässt sie das politische Engagement ihres Mannes Johann Georg August Wirth Revue passieren – aus Sicht der Ehefrau, die in Homburg nicht nur persönliche, sondern auch politische Turbulenzen durchlebte. Ihr fiktiver Bericht bringt Geschichte hautnah und emotional greifbar auf die Straßen zurück, wo sie einst geschrieben wurde.
Auch Landcommissär Philipp Jakob Siebenpfeiffer, dessen Wohnsitz und Wirkstätte angesteuert werden, spielt in diesem historischen Mosaik eine zentrale Rolle. Ihm und Mitstreitern wie Dekan Gottfried Weber oder der Druckerin Dorothea Zöller ist es zu verdanken, dass Homburg in jenen Jahren zu einem Brennpunkt der Demokratiebewegung wurde – lange vor den ersten Parlamentswahlen.
Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos. Treffpunkt ist um 18 Uhr das Außengelände des Siebenpfeiffer-Hauses in der Kirchenstraße 8. Die Dauer beträgt etwa 90 Minuten.


















