Quelle: SVOLT Europe

Die Strukturholding Saar (SHS), das Wirtschaftsministerium und SVOLT haben in einer Pressekonferenz die weiteren Schritte in der Planung für die Standorte Heusweiler und Überherrn dargelegt. In Heusweiler werde mit dem ehemaligen „Laminate Park“ ein bestehendes Industriegelände hergerichtet. Hierfür liegt bereits der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan der Gemeinde Heusweiler und der Stadt Lebach vor, so SHS-Geschäftsführer Thomas Schuck. Erste Abrissarbeiten seien inzwischen angelaufen, notwendige Neubauarbeiten werden für das zweite Quartal 2021 erwartet. 

Für den Standort „Linslerfeld“ / Gemeinde Überherrn erarbeite die SHS, parallel zur Bauleitplanung, ein integriertes Nachhaltigkeitskonzept. SHS-Geschäftsführer Thomas Schuck: „Themen wie Wasser, die Konzeption der Bebauung und auch den Verkehr wollen wir mit der Gemeinde sowie den Angaben der Firma SVOLT zunächst detaillierter aufarbeiten, bevor es an die Diskussion in den Gremien geht.“ Die Themen und erste Bausteine des Konzeptes sollen auch in einer digitalen Bürgerveranstaltung Anfang März vorgestellt und diskutiert werden. Im März solle dann im Gemeinderat Überherrn die Beschlussfassung zur Aufstellung eines Bebauungsplanes erfolgen. Nach dieser Beschlussfassung wird eine vorgezogene formale Bürgerbeteiligung gestartet, an denen sich auch Bürgerinnen und Bürger beteiligen können, die nicht in Überherrn wohnen. Kai-Uwe Wollenhaupt, President SVOLT Europe & Vice President SVOLT Energy Technology, sagte am Dienstag, er würde sich freuen, wenn das Unternehmen im Gemeinderat Präsenz zeigen dürfe.

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Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger begrüßte das angestrebte Verfahren: „Diese Ansiedlung ist eine enorme Chance für die Zukunft des Industrielands Saarland. Damit spielt das Saarland in der 1. Liga der Elektromobilität. Viele aufgekommene Bedenken lassen sich durch gute Planung und mehr Informationen ausräumen. Deshalb gehen wir diesen sehr transparenten Weg mit einem Maximum an Beteiligung.“ Nach Angaben von SHS und SVOLT sei mittlerweile beispielsweise klar, dass der tatsächliche Wasserverbrauch wesentlich geringer sein wird als ursprünglich angenommen. Für die ersten Schätzungen wurden Verbrauchsdaten aus der Fertigungsstätte in China zu Grunde gelegt. Unter anderem reduzieren gemäßigtere klimatische Bedingungen im Saarland den Wasserverbrauch, so SHS-Geschäftsführer Schuck.

Kai-Uwe Wollenhaupt, President SVOLT Europe & Vice President SVOLT Energy Technology, zeigte sich erfreut über die vielen positiven Rückmeldungen zur Ansiedlungsentscheidung des Unternehmens. Er betonte, SVOLT unterstütze das Verfahren der SHS und lege selbst großen Wert auf Transparenz. Nachhaltigkeit sei zudem ein wichtiger Unternehmenswert: „Als erster Hersteller weltweit haben wir Batteriezellen ohne das umstrittene und äußerst kostspielige Schwermetall Kobalt zur Serienreife gebracht. Die als NMX-Zellen bezeichneten Batteriezellen sind seit kurzem weltweit bestellbar. Das Engagement von SVOLT endet nicht nach dem Einbau der Batterie in das E-Fahrzeug – auch Recycling und ‚Second Life‘ werden von Beginn an mitgedacht. So arbeitet SVOLT an nachhaltigen Konzepten und Lösungen für das Recycling von Batterien und Batteriesystemen und deren Zweitverwertung – ‚Second Life‘ – in Form von Batteriespeichersystemen. Ziel ist ein nachhaltiger, verantwortungsbewusster Umgang mit den natürlichen Ressourcen und die Gewährleistung eines geschlossenen Ressourcenkreislaufs“, sagte Wollenhaupt. Der SVOLT Europa-Chef betonte auch die Bereitschaft von SVOLT, in öffentlichen Veranstaltungen oder Gremien Rede und Antwort zum Vorhaben zu stehen.

Nach einem intensiven Auswahlprozess und der Prüfung von mehr als 30 Standorten in ganz Europa hat sich SVOLT entschieden, den auf der IAA 2019 angekündigten europäischen Produktions­standort im Saarland zu errichten. An zwei Standorten werden eine Modul- und Pack-Fabrik sowie eine hochmoderne Zellfabrik mit 24 GWh Produktion­skapazität in der finalen Ausbaustufe entstehen. Das entspricht Batterien für 300.000 bis 500.000 E-Fahrzeuge pro Jahr. Geplant ist eine Gesamt­investition von bis zu zwei Milliarden Euro. Insgesamt will SVOLT so im Saarland bis zu 2.000 Arbeitsplätze schaffen. Produziert werden sollen an den neuen Produktions­standorten vorrangig Batteriezellen sowie Module und Hochvolt­speichersysteme (Packs). Umgesetzt wird das Großprojekt in enger Zusammenarbeit zwischen SVOLT, dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr (MWAEV) des Saarlandes und der Strukturholding Saar GmbH (SHS). Das saarländische Wirtschafts­ministerium ist mit seinem Umsetzungskonzept aktiv in die Ansiedlungsgespräche gegangen und konnte SVOLT überzeugen. Die SHS wird von SVOLT mit der Errichtung und dem schlüsselfertigen Aufbau der beiden Fabriken beauftragt.

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