Foto: Staatskanzlei des Saarlandes
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Grenzen sollen verbinden, nicht trennen – dieser Leitgedanke prägte die ungewöhnliche Kabinettsrunde, die am Dienstag in der Alten Abtei in Mettlach zusammenkam. Nach der regulären Sitzung des saarländischen Kabinetts empfing Ministerpräsidentin Anke Rehlinger ihren Amtskollegen Oliver Paasch und drei weitere Mitglieder der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, um die Weichen für eine engere Zusammenarbeit in der Großregion zu stellen.

An der Seite von Paasch, der zugleich für lokale Behörden, Raumordnung und Finanzen zuständig ist, reisten Bildungsminister Jérôme Franssen, Kulturminister Gregor Freches und Sozialministerin Lydia Klinkenberg an. Die Zusammensetzung der Delegation ließ schon vor Beginn der Gespräche erkennen, wie breit die Agenda angelegt war: Bildung, Gesundheit, Sport und Kultur standen ebenso auf dem Programm wie europapolitische Grundsatzfragen.

„Das Herz Europas schlägt grenzüberschreitend“, fasste Rehlinger den Geist des Treffens zusammen. Die Zusammenarbeit in der Großregion sei entscheidend, um den Alltag der Menschen in der gemeinsamen Grenzregion spürbar zu verbessern. Entsprechend dankbar zeigte sich die Ministerpräsidentin für die Verabredungen, die in Mettlach getroffen wurden.

Paasch wiederum hob den greifbaren Nutzen solcher Partnerschaften hervor. Ob in der Ausbildung, in der Gesundheitsversorgung oder bei der Regionalentwicklung – die Kooperation zwischen Ostbelgien und dem Saarland zeige, „welchen Mehrwert grenzüberschreitende Partnerschaften schaffen können“. Die gemeinsame Sitzung sei Ausdruck eines gewachsenen Vertrauens und des Anspruchs, Herausforderungen gemeinsam anzugehen statt nebeneinanderher zu arbeiten.

Konkret vereinbarten beide Seiten, ihre Zusammenarbeit in mehreren Feldern zu vertiefen. Im Sportbereich rücken gemeinsame Schul-Projekte in den Fokus, in der Bildungspolitik wollen die Partner europäische Förderinstrumente künftig systematischer ausschöpfen. Die Gesundheitspolitik bildet einen besonderen Schwerpunkt: Prävention, Fachkräftegewinnung, Patientenmobilität, Rettungswesen sowie Digitalisierung und Datenaustausch sollen stärker zusammengedacht werden. Auch die Kultur- und Kreativwirtschaft beider Regionen soll durch grenzüberschreitende Vernetzung an Schlagkraft gewinnen.

Über die bilaterale Agenda hinaus richtete sich der Blick der Regierungsmitglieder auf die europäische Ebene. Die Europäische Kommission plant, im Mehrjährigen Finanzrahmen 2028 bis 2034 die bisherigen Fonds- und Programmstrukturen neu zu ordnen und sie als Kapitel in nationalen und regionalen Partnerschaftsplänen, kurz NRPP, zu verankern. Für eingespielte Regionalprogramme bedeutet das in der kommenden Förderperiode einen tiefgreifenden Umbruch – ein Punkt, der in Mettlach für ungeteilte Aufmerksamkeit sorgte.

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Dass ausgerechnet die Alte Abtei den Rahmen für dieses Treffen bot, passte zur Symbolik des Tages: Ein historischer Ort an der Saar, an dem zwei Regierungen aus zwei Ländern darüber sprachen, wie sich europäische Realität im Kleinen gestalten lässt – pragmatisch, gemeinsam und mit dem Anspruch, mehr zu sein als geografische Nachbarn.

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