Symbolbild

Das Saarland übernimmt seit Beginn dieses Jahres die Kosten für zunächst acht statt bislang fünf probatorische Sitzungen, die dem Kennenlernen von Therapeut und betroffenem Kind oder Jugendlichen und der Vorbereitung der nachfolgenden Therapieeinheiten dienen. 

„Die Kinder-Traumaambulanz im Saarland bietet innerhalb kürzester Zeit kompetente Unterstützung und das gilt auch jetzt, während der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen. Diese Unterstützung ist so wichtig, da die Erfahrung uns zeigt, dass eine zeitliche Verzögerung bei den Kindern und Jugendlichen zu einer Verfestigung der traumatischen oder belastenden Erlebnisse führen kann. Dem wollen wir mit diesem Angebot entgegenwirken“, betont Sozial- und Gesundheitsministerin Monika Bachmann.

„Die Reaktionen von Menschen auf traumatische Ereignisse sind sehr unterschiedlich. Während die einen tragische Erlebnisse und Eindrücke sehr gut verarbeiten, reagieren andere mit körperlichen und psychischen Symptomen, die darauf hinweisen, dass die Belastung des Ereignisses bei ihnen noch anhält. Die Therapeuten der Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (KJPP) und der Kinder-Traumaambulanz haben eine ausgewiesene Fachexpertise zu Traumafolgebelastungen.  Mein Ministerium und das Landesamt für Soziales freuen sich, sie als Partner gewonnen zu haben“, sagt Bachmann weiter.

Um den genannten Opfern – Erwachsenen ebenso wie Kindern und Jugendlichen und deren Sorgeberechtigten – zielführende und hilfreiche Informationen zu den Traumaambulanzen und den Kinder-Traumaambulanzen an die Hand zu geben, wurde vom Landesamt für Soziales zum einen die Informationsbroschüre „Traumaambulanzen im Saarland“ in einer Neuauflage aktualisiert und zum anderen der Flyer „Kinder-Traumaambulanzen im Saarland“ zum ersten Mal aufgelegt. Interessierte können die aktuellen Broschüren auf der Seite www.las.saarland.de downloaden. Auf der Homepage des Landesamtes finden sie zudem weitere Informationen zu den Traumaambulanzen und den Kinder-Traumaambulanzen im Saarland.

Das Trauma-Netzwerk Saarland hat sich seit fast zehn Jahren erfolgreich der nachhaltigen Verbesserung der therapeutischen und psychologischen Betreuung von Gewaltopfern oder Zeugen schwerer Gewalttaten verschrieben. Traumatisierte Opfer erhalten innerhalb kürzester Zeit und unbürokratisch die erforderliche Hilfe sowie Leistungen nach der bestehenden Kooperationsvereinbarung. Im Trauma-Netzwerk Saarland arbeiten das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie mit den MEDIAN Kliniken Berus und Münchwies als Kooperationspartner, sowie das Landesamt für Soziales und der ,,WEISSE RING e. V.“ engmaschig zusammen. Seit Juli 2019 gibt es darüber hinaus die Kinder-Traumaambulanz im Saarland. Sie bietet Hilfe für Kinder und Jugendliche, die Opfer von Gewalttaten wurden, und ist an die Saarlandheilstätten GmbH in der KJPP in Kleinblittersdorf angegliedert. Diese dient als zentrale Anlaufstelle. Überdies wurden in Saarbrücken, St. Wendel und Merzig mit Blick auf eine wohnortnähere Erreichbarkeit weitere Standorte eingerichtet.

 

Vorheriger ArtikelBedarf an Beratungen bei der Arbeitskammer 2020 gestiegen 
Nächster ArtikelAlsweiler | Einbruch in einen Container einer Kindertagestätte

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.