Tobias Hans zur aktuellen Lage der Gusswerke Saarbrücken: „Diese Nachricht ist ein schwerer Schlag für das Saarland, vor allem aber für die hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einer äußerst schwierigen Situation Höchstleistungen erbracht haben. Die Landesregierung hat alles darangesetzt, um die drohende Lage abzuwenden. Jetzt müssen wir alle Hebel in Bewegung setzen, um die verbliebenen Aufträge zu halten und neue einzuwerben und so möglichst viele Arbeitsplätze zu retten. Gleichzeitig müssen wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen und bündeln, um den betroffenen Beschäftigten eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.

Die aktuelle Situation bei den Gusswerken Saarbrücken führt uns vor Augen, wie sehr wir vom Verbrennungsmotor abhängig sind und vor welche Herausforderungen uns die Veränderungen in der Automobilbranche stellen werden. Im Mittelpunkt stehen für uns dabei die Beschäftigten, die nicht Leidtragende eines abrupten Strukturwandels werden dürfen. Deswegen müssen wir diesen Wandel so gestalten, dass dabei möglichst viele moderne und wettbewerbsfähige Industriearbeitsplätze entstehen.“

Statement von Ulrich Commerçon:„Das ist ein bitterer Tag für die Gusswerke und für das Saarland. Mir und uns allen geht es unter die Haut, dass so viele Kolleginnen und Kollegen ihren Arbeitsplatz verlieren. Dass ein wesentlicher Kunde sich anders orientiert hat, hat diese Situation unabwendbar gemacht. Es macht wütend, dass die Gusswerke offensichtlich über Jahre in den Ruin getrieben wurden. Jetzt kommt es darauf an, alle Hilfen, beispielsweise der Arbeitsagentur zu mobilisieren, um die Beschäftigten, die nicht weitermachen können, aufzufangen – etwa mit verlässlicher Betreuung und Qualifizierungsangeboten. Der Halberg kämpft und wird weiterkämpfen – wir stehen an der Seite aller Beschäftigten, auch derer, die jetzt gehen müssen. Es gibt noch Hoffnung, auch wenn es sich heute nicht so anfühlt. Das Land hat alles getan, um zu retten, was zu retten ist – bis hin zur Werbetour in den USA. Die Landesregierung wird auch jetzt weiter bei großen Herstellern werben, um dem Werk eine Zukunft zu erarbeiten und alles dafür tun, Beschäftigung zu halten und perspektivisch hoffentlich wieder aufzubauen. Die Qualität des Traditionsunternehmens und der Belegschaft steht außer Frage.“

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag zeigt sich solidarisch mit den Beschäftigten der Gusswerke Saarbrücken (Halberg Guss). „Viele Arbeitsplätze wurden abgebaut, weil man das Unternehmen von einem verantwortungslosen Finanzhai zum anderen weitergereicht und viel zu lange zugesehen hat, wie es die Prevent-Gruppe systematisch ruiniert hat“, erklärt Oskar Lafontaine. „Es ist unverständlich, dass solche Wirtschaftsverbrechen ungeahndet bleiben. Es rächt sich, dass das Land nicht früher Anteile erworben hat, zumindest eine Sperrminorität. Die Vorgänge bei Halberg Guss bestätigen auch wieder einmal, wie wichtig ein Beteiligungsfonds des Landes zur Rettung von Unternehmen und Arbeitsplätzen (Saarlandfonds) wäre. Und es bleibt ein unverzeihlicher Fehler, dass die Landesregierung selbst keine Verhandlungen mit VW aufgenommen hat, um diesen wichtigen Kunden für eine Lösung zu gewinnen. Nach all den Fehlern der Vergangenheit ist das Land jetzt verpflichtet, eine Mehrheitsbeteiligung zu erwerben, die zumindest so lange gehalten werden muss, bis das Unternehmen wieder Tritt gefasst hat und längerfristig verlässliche Beziehungen zu Kunden aufgebaut und ausreichend Aufträge gesichert sind.“

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