Symbolbild

In seiner letzten Sitzung hat sich der Sozialausschuss mit der Situation der Schuldnerinnen und Schuldner im Saarland befasst. Dazu hatten Vertreter des Sozialministeriums und der Auskunftei Creditreform berichtet.

Zentrale Ergebnisse: Der Anteil der Menschen, die im Saarland überschuldet sind liegt mit 11,5% weiterhin über dem Bundesschnitt (10%). Dabei bleibt die Zahl junger überschuldeter Menschen weiterhin überdurchschnittlich. Bemerkenswert ist, dass seit einigen Jahren auch verstärkt ältere Menschen über 70 Jahre verschuldet sind, vermutlich aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten. Räumlich sind vor allem Menschen im Regionalverband Saarbrücken (14,7%) und im Landkreis Neunkirchen (12,4%) betroffen, in einigen Stadtteilen liegt die Überschuldungsquote sogar über 30%.

„Es ist wichtig, dass sich die Politik mit den ökonomischen und sozialen Ursachen von Überschuldung befasst. Schulden sind eine schwere Last, die lähmt und Perspektiven nimmt. Es ist bemerkenswert, dass sich die Zahl der überschuldeten Menschen trotz langjähriger guter wirtschaftlicher Entwicklung nicht verringert hat. Dies zeigt, dass die Verteilungsfrage im Land neu gestellt werden muss,“ so Dr. Magnus Jung, Vorsitzender des Sozialausschusses. Zudem müsse in Familien und Schulen der verantwortliche Umgang mit Geld besser vermittelt werden.

Eine negative Bewertung einer Auskunftei kann das Leben einer Person existenziell beeinträchtigen – deshalb müssen die Bewertungskriterien regelmäßig und kritisch überprüft werden – auch im Hinblick auf die Einhaltung datenschutzrechtlicher Bestimmungen. Klar ist aber auch, dass Überschuldung häufig auch die Folge eines Lebens in Armut ist, insbesondere auch im Alter. Deshalb ist eine Politik, die Renten stärkt und Lebensleistung anerkennt wichtig und richtig.

Auch das Land und die Kommunen können mehr tun: „Das Netz der Schuldnerberatungsstellen sollte weiter ausgebaut werden“, so der sozialpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dr. Magnus Jung. Derzeit findet nur jeder zehnte den Weg in die Beratungsstelle, wo die Wartezeiten teilweise Monate betragen.

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