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Prof. Dr. Remus Gergel erhielt am Dienstag (22.03.2016) in der Staatskanzlei die Ernennungsurkunde zum Professor für das Lehrgebiet Englische Philologie – Sprachwissenschaft – an der Universität des Saarlandes.
 Remus Gergel studierte u.a. Englisch, Mathematik u. Hispanistik an der Universität Tübingen sowie an der Louisiana State University (USA) und promovierte 2005 in Tübingen in der englischen Sprachwissenschaft zu den Themen Modalität und Ellipse. Die Arbeit befasst sich zentral mit der Frage, unter welchen Bedingungen Sprecher des Englischen – und kontrastiv auch anderer Sprachen – in bestimmten modalen Kontexten wesentlich mehr verstehen können als tatsächlich geäußert wird. Ausgangspunkt waren syntaktische Untersuchungsfragen; recht früh kristallisierte sich jedoch ebenfalls die Rolle der Schnittstelle zwischen Syntax und Semantik heraus, d.h. die Gewichtung sprachlicher Strukturen und der Interpretationsmöglichkeiten natürlicher Sprache.
Nach einem Postdoc-Projekt zum Sprachwandel und zur Korpuslinguistik an der University of Pennsylvania (Philadelphia, USA) kehrte Remus Gergel 2006 auf eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Universität Tübingen zurück und engagierte sich zum einen innerhalb der anglistischen Lehre und Forschung und zum anderen im Rahmen der Sonderforschungsbereiche „Linguistische Datenstrukturen“ und „Bedeutungskonstitution – Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen“ als assoziiertes Mitglied in unterschiedlichen sprachvergleichenden Projekten.
Nach der Habilitation mit einem Schwerpunkt zum Thema Vergleichskonstruktionen im Jahr 2010 in Tübingen und einer Vertretungsprofessur an der Universität Göttingen nahm Remus Gergel 2012 den Ruf auf die Professur für englische Linguistik an der Universität Graz an. Neben der korpusbasierten Forschung u. a. an der zeitlichen Entwicklung adverbialer Ausdrücke standen in der Lehre die Entwicklung neuer und mehrere Institutionen umfassender Curricula sowie die Fertigstellung eines neuen Buches in Zusammenarbeit mit Sigrid Beck, das eine Einführung in die aktuellen Methoden der theoretischen Syntax und Semantik im Bereich der kontrastiven Linguistik bietet (Contrasting English and German Grammar).
Die Arbeit an der Universität des Saarlandes soll die Ausbildung im Bereich der englischen Sprachwissenschaft in den vorhandenen aber auch in neuen Studiengängen weiterhin vorantreiben. Zum anderen stehen Forschungsvorhaben im Mittelpunkt, welche die Entwicklung ambiger Ausdrücke an der Schnittstelle sprachlicher Strukturen und ihrer Interpretation modellieren sollen. Eine zentrale Frage dabei lautet, ob langzeitiger Sprachwandel – der auf der Grundlage strukturell annotierter Korpora genau beobachtet wird – als eine häufig stabile Datenquelle die modernen verwendeten Datenquellen in ausgewählten Punkten wissenschaftlich gewinnbringend ergänzen kann. Zusätzlich zur Mitwirkung innerhalb der Saarbrücker Anglistik sind Kooperationen mit weiteren Institutionen und insbesondere mit dem Sonderforschungsbereich „Informationsdichte und sprachliche Kodierung“ geplant.
Prof. Dr. Gergel wird seinen Dienst am 01.04.2016 an der Philosophischen Fakultät II – Sprach, Literatur- und Kulturwissenschaften – der Universität des Saarlandes aufnehmen.
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