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Zur Kritik des Jungen Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands an fehlender individueller Förderung der Schülerinnen und Schüler aufgrund zu großer Klassen erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Die breite Kritik der Nachwuchslehrkräfte ist ein Spiegelbild für die verfehlte Personalpolitik von Bildungsminister Commerçon. Insbesondere aufgrund der Umsetzung der Inklusion und der Flüchtlingssituation ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Saarland mit besonderem Betreuungsbedarf in den vergangenen Schuljahren deutlich gestiegen. Um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden und sie gezielt individuell zu fördern, müssen sie in deutlich kleineren Klassen als bislang unterrichtet werden.
Das Ziel sollte lauten, die Klassengrößen an Grundschulen auf maximal 20, an weiterführenden Schulen auf maximal 25 Schülerinnen und Schüler zu begrenzen. Minister Commerçon hätte längst die richtigen Rahmenbedingungen schaffen und entsprechend mehr Lehrpersonal einstellen müssen.
Stattdessen steigt die Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer stetig, was zu Frustration führt und auf Kosten der Gesundheit geht. Welche Auswirkungen eine solche Überlastung haben kann, hat der Bildungsmonitor 2016 gezeigt. Demnach gehen im Saarland überdurchschnittlich viele Lehrer wegen Dienstunfähigkeit in den Vorruhestand. Die Quote liegt mit 20,3 Prozent fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.
Wir fordern von Minister Commerçon, endlich sowohl im Interesse des Lehrpersonals als auch der Schülerinnen und Schüler zu handeln, die Klassen zu verkleinern und für eine bessere Personalausstattung im Lehrerbereich zu sorgen. Zur weiteren Entlastung der Lehrkräfte muss außerdem die Zahl der Schulsozialarbeiter aufgestockt werden. An jeder weiterführenden Schule und jeder größeren Grundschule brauchen wir mindestens eine solche Stelle.
Darüber hinaus fordern wir ein effektives Gesundheitsmanagement für das Lehrpersonal. Dazu muss auch ein konsequent angewandtes berufliches Wiedereingliederungsmanagement für Lehrerinnen und Lehrer zählen, die nach längerer Erkrankung in den Dienst zurückkehren. Den betroffenen Lehrkräften sollte es ermöglicht werden, zunächst mit reduzierter Stundenzahl wieder eingesetzt zu werden.“

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