Symbolbild Foto: Von Alexander Blum (www.alexanderblum.de), Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25098002
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Kein Bundesland setzt so stark auf das eigene Auto wie das Saarland. Mit 649 Pkw je 1.000 Einwohner belegt die Region laut den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes den bundesweiten Spitzenplatz. Für die CDU-Landtagsfraktion ist das kein Grund zur Sorge über die Menschen, sondern ein deutliches Signal an die Politik.

„Dass das Saarland bundesweit die höchste Pkw-Dichte hat, ist keine Überraschung“, erklärt Alwin Theobald, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher der CDU. Für viele Menschen in der Region sei das Auto keine Frage der Bequemlichkeit, sondern schlicht die einzige verlässliche Möglichkeit, den Alltag zu bewältigen. Wer pünktlich zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt müsse, könne sich vielerorts nicht auf Busse und Bahnen verlassen.

Theobald macht dafür konkrete Schwachstellen verantwortlich. Ausgedünnte Taktungen, fehlende Verbindungen und zuletzt zahlreiche Ausfälle bei der Saarbahn hätten das Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr weiter untergraben. Die hohe Autodichte deutet er deshalb als Misstrauensvotum gegen eine Verkehrspolitik, die seit 2012 in sozialdemokratischer Verantwortung liegt.

Seine Kritik reicht bis zur früheren Verkehrsministerin Rehlinger zurück, unter der aus seiner Sicht die entscheidenden Weichen für einen attraktiveren Nahverkehr nicht gestellt wurden. Die aktuelle Ministerin Berg verschärfe die Lage zusätzlich. Bei der Ladeinfrastruktur für Elektroautos sei das Saarland bundesweit Schlusslicht, der ÖPNV komme nicht voran, und auch bei der Radwegeplanung stocke es. Wer auf das Auto angewiesen sei, werde obendrein mit knapperem Parkraum und weiteren Einschränkungen gegängelt.

Statt einer Politik gegen das Auto fordert Theobald einen leistungsfähigeren Nahverkehr. Dazu gehöre, das aus seiner Sicht überholte Wabensystem endlich abzuschaffen und einen ÖPNV „aus einem Guss“ zu schaffen – mit verständlichen Tarifen, besserer Vernetzung und attraktiven Verbindungen im ganzen Land. Nötig sei zudem ein flächendeckendes Schnell- und Expressbusnetz, das die Mittelzentren zuverlässig mit dem Oberzentrum Saarbrücken verbindet.

Das eigentliche Ziel formuliert der CDU-Politiker deutlich: Mehr Menschen sollen freiwillig auf Bus, Bahn und Rad umsteigen. Das gelinge jedoch nicht durch Bevormundung oder Symbolpolitik, sondern allein durch ein besseres Angebot. Solange die Landesregierung diese Voraussetzungen nicht schaffe, bleibe das Auto für viele unverzichtbar. Die bundesweite Spitzenposition sei damit „nicht das Problem, sondern die Quittung für eine seit Jahren verfehlte Verkehrspolitik“.

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