Wenn Eltern im Saarland ihre Kinder nachmittags in der Schule gut aufgehoben wissen, geht es längst nicht nur um Hausaufgabenhilfe und warme Mahlzeiten. Für die SPD Frauen Saarland ist die Freiwillige Ganztagsschule ein zentrales Instrument, um Familie und Beruf besser zu verbinden – und damit ein wichtiger Baustein der Gleichstellungspolitik. Entsprechend deutlich fällt die Reaktion auf den Kurs der Landesregierung aus, die Elternbeiträge stabil halten und gleichzeitig die Bedingungen für Familien verbessern will.
„Ganztagsbetreuung ist eine zentrale Voraussetzung für echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, erklärt Réka Klein, Landesvorsitzende der SPD Frauen Saarland. Nach ihrer Einschätzung trifft jede Verschlechterung bei Kosten oder Verlässlichkeit der Betreuung vor allem Frauen: „Gerade Frauen tragen im Alltag noch immer einen großen Teil der Sorgearbeit. Wenn Betreuung teurer oder unzuverlässig wird, trifft das vor allem sie – und besonders Alleinerziehende.“
Hintergrund der aktuellen Debatte ist der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder, der ab 2026 schrittweise greifen soll. Länder und Träger stehen damit vor erheblichen organisatorischen und finanziellen Herausforderungen. Während in mehreren Bundesländern steigende Ausgaben an die Eltern weitergegeben werden, setzt das Saarland nach Darstellung der SPD Frauen bewusst auf einen anderen Weg und verzichtet auf höhere Beiträge.
„Dass die Elternbeiträge planbar bleiben, die Zahl der Schließtage reduziert wird und es faire Regelungen für die Ferienbetreuung gibt, ist ein starkes Signal an Familien“, so Klein. Gleichzeitig betont sie die Rolle der Einrichtungen: „Gleichzeitig zeigt das Land, dass es die Träger nicht allein lässt. Durch erhöhte Pauschalen und klare Rahmenbedingungen sorgt das Saarland für Verlässlichkeit – für Familien und für die Einrichtungen.“ Aus Sicht der SPD Frauen sollen damit sowohl Eltern als auch Träger mehr Planungssicherheit erhalten.
Auch aus Berlin kommt Rückendeckung für diesen Kurs. Josephine Ortleb, stellvertretende Landesvorsitzende der SPD Frauen und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, verweist auf die bundespolitische Dimension: „Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung darf kein Papierversprechen bleiben. Er braucht tragfähige Strukturen vor Ort. Dass das Saarland Verantwortung übernimmt und Träger unterstützt, ist dafür eine wichtige Voraussetzung.“ Der Anspruch auf Ganztagsplätze müsse sich im Alltag der Familien widerspiegeln, nicht nur im Gesetzestext.
Flora Schröder und Christina Baltes, ebenfalls stellvertretende Landesvorsitzende der SPD Frauen, richten den Blick auf die Finanzierung. „Gute Ganztagsangebote entstehen nicht durch Sparen, sondern durch verlässliche Finanzierung. Wer Vereinbarkeit ernst meint, muss dafür sorgen, dass Qualität gesichert und die Arbeit der Träger anerkannt wird“, erklären sie. Nach ihrer Auffassung hängt die Qualität der Angebote direkt davon ab, ob Träger ausreichend Mittel und klare Rahmenbedingungen erhalten.
Für die SPD Frauen ist die Freiwillige Ganztagsschule damit weit mehr als ein Betreuungsangebot. Sie sehen in ihr „einen zentralen Baustein moderner Gleichstellungs- und Familienpolitik“. Réka Klein fasst die Position zum Abschluss zusammen: „Der saarländische Weg zeigt, dass Entlastung von Familien, Unterstützung der Träger und Qualität zusammengehen. Das ist verantwortungsvolle Politik – und eine Investition in die Zukunft unseres Landes.“


















