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Laut den Ergebnissen der wissenschaftlichen Studie „Digitales Lernen – Der Länderindikator 2016“ der Deutschen Telekom Stiftung besteht an den Schulen im Saarland bei der digitalen Bildung noch Nachholbedarf. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion und ehemalige Bildungsminister, Klaus Kessler:

„Computer, Smartphones, Tablets und das Internet sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Daher ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler einen kompetenten und kritischen Umgang mit den digitalen Medien lernen und von den Möglichkeiten, die sie bieten, profitieren. Im Bereich der digitalen Bildung besteht im Saarland jedoch Nachholbedarf, wie der Länderindikator der Telekom Stiftung zeigt. Für die Studie wurden bundesweit 1210 Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I zum Thema Medienbildung an Schulen befragt. Neben einer bundesweiten Auswertung erfolgte auch ein Vergleich zwischen den Bundesländern.
Während in den beiden Phasen der Lehrerbildung, Universität und Referendariat, das Saarland in der Vermittlung medienbezogener Kompetenzen im Mittelfeld liegt, gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf bei der IT-Ausstattung in den Schulen (Computer und Software). Hier rangiert das Saarland im Ländervergleich in der unteren Gruppe. Dies gilt ebenso für die digitale Kommunikation zwischen Lehrern untereinander, aber auch mit den Schülern. Das betrifft zum Beispiel virtuelle Lernplattformen sowie das Bereitstellen und den Austausch von gemeinsamen Dokumenten und Daten. Auch wird von vielen Lehreinnen und Lehrern bemängelt, dass es an der Schule kein digitales Medienkonzept gibt. Das Saarland liegt in diesem Bereich ebenfalls im unteren Drittel im Ländervergleich.
Wir fordern daher von der Landesregierung, die Schulen mit Finanzmitteln soweit zu unterstützen, dass diese eine moderne IT-Ausstattung für alle Schüler und Lehrer bereitstellten können. Hier müssen verbindliche Ausstattungsstandards geschaffen werden. Das ist auch eine Frage der Bildungsgerechtigkeit und gleicher Lernchancen für alle. Dazu muss es auch gehören, in jeder Schule kostenloses WLAN bereitzustellen. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für eine vielfältige und moderne Unterrichtsgestaltung.
Darüber hinaus müssen die Lehrkräfte durch Schulassistenten entlastet werden, die sich um die Betreuung des EDV-Bereichs kümmern und beispielsweise Softwareprobleme kurzfristig beheben können. Denn Tatsache ist auch, dass die Schulträger nicht über ausreichend Personal verfügen, um im Falle von technischen Problemen zeitnah reagieren zu können.“
Link zur Studie:
https://www.waxmann.com/fileadmin/media/zusatztexte/3540Volltext.pdf
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