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Zum landesweiten Oberstufenkonzept für die Gemeinschaftsschulen im Saarland erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Gut Ding will Weile haben, heißt es so schön. Auf das Oberstufenkonzept für die Gemeinschaftsschulen im Saarland trifft diese Weisheit jedoch keineswegs zu. Zwar hat Bildungsminister Commerçon nach jahrelanger Aufforderung unserer Fraktion und der verschiedenen Interessensverbände und Gewerkschaften nun endlich die künftigen Oberstufenstandorte der Gemeinschaftsschulen bekanntgegeben.

Doch das Ergebnis ist eher ernüchternd: So wird es bei einer Gesamtheit von 58 Gemeinschaftsschulen im Land lediglich19 Oberstufenverbünde geben. Einzig die Gemeinschaftsschule in Marpingen bietet eine eigene Oberstufe ohne Kooperation mit einem anderen Standort an. Ein Großteil der Schulen wird entweder Kooperationen mit ehemaligen Gesamtschulen, Gymnasien oder Berufsbildungszentrum eingehen. Die Gymnasien, Berufsbildungszentren und die ehemaligen Gesamtschulen bieten allerdings ohnehin bereits eine gymnasiale Oberstufe an. Neue Gemeinschaftsschul-Standorte mit gymnasialer Oberstufe im Rahmen von Kooperationen gibt es lediglich an drei Schulen (Saarlouis, Völklingen und Saarbrücken). Das ist enttäuschend. Ein konsequenter Ausbau der Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe sieht anders aus.

Problematisch sind auch die Oberstufenverbünde, die mehr als drei Schulen umfassen. Von 19 Verbünden sind das acht. Das wird zu praktischen Problemen in der Umsetzung führen, wenn es darum geht, den Lehrereinsatz und das Kurssystem zu planen. Ebenso problematisch sind die Verbünde mit teils großen Entfernungen zwischen den Schulen. Die Landesregierung mutet dem Lehrpersonal und den Schülerinnen und Schülern damit enorm lange Anfahrtswege zu. Insgesamt ist das Oberstufenkonzept unserer Auffassung nach noch unausgegoren. Wir fordern daher von Bildungsminister Commerçon, bei der Zahl der künftigen Oberstufenstandorte nach zu justieren und deutlich mehr Verbünde zwischen Gemeinschaftsschulen einzurichten.“

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