Symbolbild
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Am Stadtgraben in Saarbrücken zeichnet sich ab, wie es mit dem früheren Finanzamt weitergeht. Wo bislang ein reiner Verwaltungsbau stand, soll in den kommenden Jahren ein offener, gemischt genutzter Ort entstehen. Unter dem Projektnamen „Le 52“ planen Stadt, Land und der Investor Peter Gross Bau einen neuen Büro- und Begegnungsstandort in direkter Innenstadtnähe.

Bei einer Pressekonferenz haben die Beteiligten nun weitere Details vorgestellt. Bereits im Januar hatte sich die Jury der Konzeptvergabe einstimmig für den Entwurf des saarländischen Bauunternehmens entschieden. In dem Gremium saßen Vertreter von Stadt und Land. Ausschlaggebend war nach Angaben der Beteiligten die Verbindung aus einer qualitätsvollen städtebaulichen Entwicklung und der Aussicht auf neue, hochwertige Arbeitsplätze an zentraler Stelle.

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Kern des Projekts ist ein leistungsstarker Bürostandort mit Platz für rund 330 Arbeitsplätze in der Innenstadt. Die Büroflächen in den Obergeschossen sollen flexibel zugeschnitten werden können. Vorgesehen sind sowohl größere, zusammenhängende Einheiten als auch kleinere Flächen. Damit richtet sich „Le 52“ an unterschiedliche Nutzergruppen – von freiberuflichen und technischen Dienstleistungen über IT- und Kreativwirtschaft bis hin zu weiteren zukunftsorientierten Branchen. Ziel ist es, langfristige Perspektiven für Beschäftigung und Wertschöpfung in der Region zu schaffen.

Deutlich verändern soll sich vor allem das Erdgeschoss. Es wird bewusst für die Öffentlichkeit geöffnet und damit vom früheren Behördenstandort zu einem durchlässigen Stadtraum umgestaltet. Geplant ist unter anderem ein Foodcourt mit gastronomischem Angebot, der eine neue fußläufige Verbindung von der Innenstadt zur Saar herstellt. Ergänzend sind Flächen für Co-Working, Kreativwirtschaft oder andere publikumsnahe Nutzungen vorgesehen. Auf der Saarseite sollen begrünte Terrassen, Freisitze und neue Blickbeziehungen zum Saarbrücker Schloss entstehen. Das Gebäude soll damit künftig eine verbindende Rolle zwischen Innenstadt, Altstadt und Saarufer übernehmen und sich in die Entwicklung der uferbegleitenden Stadträume einfügen.

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Auch das Freiraumkonzept orientiert sich am Leitbild einer nachhaltigen Innenstadtentwicklung. Rund um das Gebäude sind neue Aufenthaltsbereiche mit Begrünung, entsiegelten Flächen und einer deutlich besseren Nutzbarkeit des öffentlichen Raums geplant. Zusätzliche Wegeverbindungen sollen die Durchlässigkeit zwischen Innenstadt und Saarufer erhöhen und den Standort zu einem offenen, einladenden Ort im Stadtraum machen.

Die Projektpartner betonten die konstruktive Zusammenarbeit und zeigten sich zuversichtlich, dass die nächsten Schritte zügig folgen können. Der Abschluss des Kaufvertrags soll zeitnah erfolgen. Im Anschluss sollen Bauantrag und Genehmigungsverfahren vorangetrieben werden. Nach aktueller Planung könnte „Le 52“ im besten Fall bereits im Jahr 2029 fertiggestellt sein und in Betrieb gehen.

Finanzminister Jakob von Weizsäcker ordnete das Vorhaben als wichtigen Baustein für die Landeshauptstadt ein: „‚Le 52‘ ist ein echter Gewinn für die Landeshauptstadt und für das Land. Gemeinsam mit einem leistungsstarken saarländischen Investor beleben wir einen zentralen Standort in bester Lage neu und schaffen hochwertige Arbeitsplätze. Das stärkt den Wirtschaftsstandort Saarbrücken und erhöht zugleich die Attraktivität der Innenstadt.“

Auch Oberbürgermeister Uwe Conradt hebt die Bedeutung des Projekts hervor: „Mit ‚Le 52‘ wird der einstige Behördenstandort neu belebt. Die Gastronomie im Erdgeschoss und die begrünten Aufenthaltsflächen werden diesen Bereich unserer Stadt deutlich aufwerten. Das Engagement von Peter Gross Bau setzt neue Impulse für unseren Wirtschaftsstandort und unsere Innenstadt.“

Nikolas Gross, geschäftsführender Gesellschafter von Peter Gross Bau, verweist auf den Umgang mit dem Bestandsgebäude: „Ich freue mich gemeinsam mit dem starken Planerteam von ‚Le 52‘ ein Konzept umzusetzen, das Geschichte und Zukunft miteinander verbindet. Dabei ist es uns wichtig, das Denkmal zu erhalten sowie einen hochwertigen Bürostandort im Herzen der Landeshauptstadt zu schaffen. Mit einem öffentlich zugänglichen Gastronomieangebot im Erdgeschoss entsteht zudem ein lebendiger Ort zwischen Innenstadt, Altstadt und Saarufer, an dem Menschen zusammenkommen, sich begegnen und das Stadtleben genießen können“.

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Die Pressemitteilung zu den Planungen wurde am 4. Februar 2026 veröffentlicht und markiert einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Neunutzung des Areals am Stadtgraben. Bis zur möglichen Fertigstellung im Jahr 2029 stehen nun vor allem die vertraglichen und baurechtlichen Verfahren im Mittelpunkt.

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