Um 21.34 Uhr leuchtete im Saarbrücker Ludwigsparkstadion die Flamme der Hoffnung auf. Basketballspielerin Hanna Hohe und ihr Unified Partner Jesse Veit entzündeten vor rund 16.000 Zuschauerinnen und Zuschauern das olympische Feuer und setzten damit das emotionale Ausrufezeichen einer Eröffnungsfeier, die das Saarland als Gastgeber der Special Olympics Nationalen Spiele auf großer Bühne präsentierte. Wenige Minuten zuvor hatte Ministerpräsidentin Anke Rehlinger die Wettkämpfe offiziell für eröffnet erklärt.
Durch den Abend führten Moderatorin Daniela Ulbing und Mark Solomeyer, einst Vizepräsident und Athletensprecher von Special Olympics Deutschland, heute Ehrenmitglied des Präsidiums. Ihre Begrüßung galt zuallererst den Sportlerinnen und Sportlern, die das Herz dieser Spiele bilden, ehe sie die Repräsentantinnen und Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft sowie die zahlreichen Ehrenamtlichen würdigten – allen voran SOD-Präsidentin Christiane Krajewski.
Im Gespräch mit Krajewski meldeten sich die amtierenden Athletensprecher Mirjam Prahst und Dennis Mellentin zu Wort. „Mit Special Olympics kann ich die Welt ein klein wenig besser machen, Special Olympics will ich nicht missen“, bekannte Prahst. Mellentin reagierte mit einem Augenzwinkern: „Das musst du gar nicht, jetzt feiern wir hier die Spiele, im nächsten Jahre fahren wir zu den Weltspielen in Chile.“ Die Präsidentin, die seit 2014 an der Spitze von SOD steht, sprach von großem Stolz, die Spiele in ihrer saarländischen Heimat ausrichten zu dürfen, und formulierte ihr Leitmotiv: „Sport vor Ort für alle Menschen mit Beeinträchtigungen.“
Eine Talkrunde bündelte anschließend drei Blickwinkel. Der niedersächsische Athletensprecher Kevin Struß sprach für die Sportlerinnen und Sportler, Jean-Claude Hehn, Präsident des Gemeindeverbands Forbach Porte de France, brachte die europäische Dimension ein, und der saarländische Minister für Inneres, Bauen und Sport, Reinhold Jost, vertrat die politische Gastgeberrolle. Krajewski hatte Jost zuvor ausdrücklich für seinen Einsatz im Vorfeld der Spiele gedankt.

Stellvertretend für die 4.300 Athletinnen und Athleten aus ganz Deutschland und zwölf weiteren Nationen sprachen Hohe und Veit den Special Olympics Eid: „Ich will gewinnen, aber wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben.“ Für die Trainerinnen und Trainer legte Michaela Haupenthal das Versprechen ab, für die Kampfrichterinnen und Kampfrichter Frank Bischoff. Wenig später schwebten Fallschirmspringer mit den Special-Olympics-Flaggen in den Innenraum, ehe Hohe und Veit die weiße Fahne gemeinsam zur Bühnenmitte trugen und hissten – ein Bild, das die Idee der Spiele auf den Punkt brachte: Athletin und Unified Partner, Mensch mit und ohne Behinderung, auf Augenhöhe.
Zu den Klängen von „We Are Family“ zogen die Delegationen der Bundesländer und der zwölf internationalen Teams ins Stadion ein, am Ende der Gastgeber Saarland. Auch die 27 Sportarten wurden mit ihren jeweiligen Austragungsorten vorgestellt. Dass die Schwimmwettbewerbe im französischen Forbach stattfinden, keine zehn Kilometer Luftlinie von Saarbrücken entfernt, unterstreicht den europäischen Anspruch dieser Spiele: Grenzen werden nicht betont, sondern überwunden.
Musikalisch trug der Abend weit. Ein umjubelter Live-Auftritt von T-seven, die Dynamic Lounge Saarbrücken, eine stimmungsvolle Interpretation der Special Olympics Hymne sowie Video-Einspieler und Showeinlagen verdichteten sich zu einer lebendigen Eröffnung. Bis zum 20. Juni wird Saarbrücken nun zur Bühne des größten inklusiven Multisport-Events in Deutschland – mit einem Startsignal, das nachklingt.




















