Am 9. März richtete die Saar-SPD die bundesweite Konferenz der Sprecher*innen für Frauen, Senioren, Familie und Jugend aus. Die Konferenz war neben der Landtagsdebatte zur Situation saarländischer Frauen in der Corona-Pandemie ein frauenpolitisches Highlight.

Christina Baltes, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, fasst die Debatte zusammen: „Die breite Öffentlichkeit teilt unsere Einschätzung, dass Frauen die Hauptplast der Pandemie tragen. Dennoch wird das Engagement der Frauen nach wie vor nicht angemessen honoriert. Antworten lieferte unsere heutige Sprecherkonferenz. Eines unserer Hauptaugenmerke lag auf der geringen Arbeitsplatzsicherheit von Frauen. Sehr viele Frauen befinden sich in Teilzeitbeschäftigung, haben ihre kleineren Beschäftigungen verloren, profitieren kaum von Kurzarbeitergeld oder haben ihre Arbeitszeiten reduziert. Diese prekäre Entwicklung wird zu einer tiefen Lücke in der Erwerbsbiografie vieler Frauen führen – einer Lücke, die sich spätestens im Rentenalter mit weiteren Erwerbsausfällen aufgrund von Kindererziehung und Pflege summiert. Eine solche Lücke muss politisch gefüllt werden, zum Beispiel mit einem außerordentlichen Krisenrentenpunkt.

Darüber hinaus teilten die Konferenzteilnehmer:innen die Auffassung, dass Finanzhilfen in der Pandemie keine systematische Geschlechtergerechtigkeit aufweisen. Finanzhilfen werden nicht zu gleichen Teilen an Männer und Frauen ausgezahlt. Das Stichwort lautet „Genderbudgeting“. Wir würden gerne wissen, wie sich die Situation im Saarland darstellt und regen einen saarländischen Krisen-Gleichstellungsbericht an. Dieser soll aufzudecken, welche Maßnahmen in welcher Höhe Männern und Frauen zugute kommen. Gegebenenfalls müssen wir hier nachzusteuern. Auch sollten wir die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie nutzen, um für kommende Krisen gewappnet zu sein: Maßnahmen müssen geschlechtergerecht aufgestellt, Krisenstäbe und Beratungsgremien geschlechtergerecht besetzt sein.

Für das Saarland haben wir das Thema „Digitale Gewalt gegen Frauen“ auf die Tagesordnung gesetzt. Aus unserer Sicht hat die Online-Gewalt gegen Frauen in der Pandemie eine neue Dimension erreicht. Beziehungsgewalt digitalisiert sich zunehmend und Frauen sind überproportional betroffen. Es fällt noch schwerer, sich aus Gewaltbeziehungen zu lösen, wenn es eine digitale Vernetzung zwischen den Partnern gibt, wenn Passwörter bekannt, Geräte vernetzt, Überwachungsfunktionen programmiert sind. Dem muss sich die Politik im Rahmen ihrer Gesamtstrategie gegen Gewalt gegen Frauen annehmen. Es darf nach der Krise nicht so bleiben, wie es jetzt ist! Es muss besser und gerechter werden!“

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