Nur fünfzehn Sekunden trennten Rasmus Adam vom Podium der Deutschen Meisterschaften. Beim Sieben-Türme-Triathlon in Lübeck, in dessen Rahmen die Junioren-DM ausgetragen wurde, erkämpfte sich der Nachwuchsathlet des Schwimmclub 1926 Homburg einen starken fünften Platz – und zeigte dabei ein Rennen, das Mut und Klasse gleichermaßen unter Beweis stellte.
Die Juniorendistanz verlangt den Sportlern alles ab: 750 Meter im Wasser, 18 Kilometer auf dem Rad und abschließend fünf Kilometer im Laufschritt. Gegen die nationale Spitze setzte sich der 18-Jährige nach 52:12 Minuten in Szene. Eine Zeit, die für ihn lange nach einer Medaille aussah – ehe am Ende die berühmte Handbreit fehlte.
Dass aus diesem Rennen überhaupt ein Spitzenergebnis wurde, grenzt an eine sportliche Aufholjagd der besonderen Sorte. Nach der Schwimmpassage lag Adam mit 10:02 Minuten zunächst auf Rang 30. Wer hier glaubte, das Rennen sei für den Homburger gelaufen, sah sich gründlich getäuscht. Auf dem Rad legte er den Schalter um.
Mit der zweitschnellsten Radzeit des gesamten Starterfeldes pflügte sich der Homburger durchs Klassement und schob sich um sage und schreibe 23 Positionen nach vorn. Eine Leistung, die im Triathlonsport selten so klar dokumentiert ist und den Charakter des Rennens fundamental veränderte. Plötzlich war der Anschluss an die Spitze wieder zum Greifen nah.
Auf der Laufstrecke folgte die Bestätigung. In 15:21 Minuten – die fünftschnellste Zeit des Tages – hielt Adam das Tempo der Spitzengruppe mit, attackierte die Medaillenränge und gab bis zum Zielstrich nicht nach. Dass am Ende der undankbare fünfte Rang heraussprang, dürfte angesichts der Ausgangslage nach dem Schwimmen verschmerzbar sein.

Foto: Schwimmclub Homburg
Deutlich bitterer verlief der Tag für seine Zwillingsschwester Rebecca Adam. Die amtierende Deutsche Meisterin der Jugend A, die von den Stadtwerken Homburg unterstützt wird, war ebenfalls nach Lübeck gereist, um ihren Titel zu verteidigen. Dazu kam es jedoch nicht: Nach einem Zwischenfall auf der Radstrecke mussten die Wettkämpfe der Juniorinnen und der weiblichen Jugend A abgebrochen werden.
Die Titelentscheidungen dieser beiden Altersklassen werden nun nachgeholt. Als Austragungsort ist die vierte Station des DTU Triathlon-Jugendcups vorgesehen, die am 27. Juni in Jena über die Bühne geht. Rebecca Adam bekommt damit eine zweite Chance, ihre Vormachtstellung im deutschen Nachwuchs-Triathlon zu untermauern – und ihr Bruder darf seinen knapp verpassten Podiumsplatz von Lübeck als Versprechen für die kommenden Aufgaben verbuchen.




















