Foto: Angelina Müller
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75 neue Fachkräfte für saarländische Kindertageseinrichtungen haben an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes ihre Abschlusszertifikate entgegengenommen. Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide übergab die Urkunden bei einer feierlichen Veranstaltung an der htw saar und unterstrich dabei die Bedeutung der frühkindlichen Bildung für das gesamte Land. Die Absolventinnen und Absolventen verteilen sich auf drei unterschiedliche Qualifizierungswege, die allesamt darauf abzielen, die pädagogische Arbeit in den Kitas fachlich breiter aufzustellen.

Heide stellte in ihrer Ansprache den Zusammenhang zwischen Kita-Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe in den Mittelpunkt: „Wer in Kitas arbeitet, gestaltet Zukunft – jeden einzelnen Tag. Denn gute frühkindliche Bildung ist der Schlüssel für faire Chancen, gelingende Bildungswege und echte Teilhabe.“ Besonders die Sprachförderung hob sie als zentrales Handlungsfeld hervor. Mit dem landesweiten Konzept „Startklar Deutsch – alle Chancen für alle Kinder“ setze das Saarland frühzeitig an, damit Sprachförderung systematisch, verbindlich und für alle Kinder greife. Die Absolventinnen und Absolventen seien ein entscheidender Teil dieses Ansatzes, so Heide weiter, weil sie Kinder sensibel in ihrer sprachlichen und persönlichen Entwicklung begleiteten.

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Den größten Anteil der Zertifikate machte der Anpassungslehrgang „Kindheitspädagogik“ aus: 44 Teilnehmende schlossen diesen Kurs erfolgreich ab. Er richtet sich gezielt an Personen, die eine ausländische oder nicht im Saarland erworbene Qualifikation mitbringen, sowie an Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus anderen Berufsfeldern. Voraussetzung ist ein Anerkennungsbescheid des Bildungsministeriums mit entsprechender Auflage. Erst nach bestandenem Lehrgang dürfen die Teilnehmenden als vollwertige Fachkräfte in einer saarländischen Kita arbeiten – ein Nadelöhr, das Qualität sichern soll.

16 weitere Absolventinnen und Absolventen erhielten ihr Zertifikat im berufsbegleitenden Studiengang „Krippenpädagogik“, der über drei Semester läuft und vertiefte Kompetenzen für die Arbeit mit Kindern in den ersten Lebensjahren vermittelt. Gerade diese frühe Entwicklungsphase verlangt besonders geschultes Personal. Hinzu kamen 15 Fachkräfte, die sich im Bereich „Sprache, Differenzsensibilität und interkulturelle Bildung“ qualifizierten. Dieser ebenfalls berufsbegleitende Studiengang, den die htw saar in Kooperation anbietet, bereitet gezielt auf die Arbeit in Sprach-Kitas vor. Er knüpft unmittelbar an das Landesprogramm „Startklar Deutsch“ an und schult die Teilnehmenden darin, Sprachentwicklung systematisch zu beobachten, gezielt zu fördern und Kinder im sogenannten „Bildungschancenjahr“ individuell zu begleiten.

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Prof. Dr. Charis Förster, die an der htw saar die Studienleitung verantwortet, würdigte das Engagement der Absolventinnen und Absolventen: „Sie bringen vielfältige berufliche Erfahrungen, kulturelle Hintergründe und große Motivation mit. Diese Kombination bereichert nicht nur die pädagogische Arbeit in den Kitas, sondern stärkt auch die Qualität frühkindlicher Bildung im Saarland.“ Die Hochschule leiste mit den Lehrgängen einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung des Fachkräftebedarfs, betonte Förster.

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Die Zertifikatsübergabe fügt sich in eine längerfristige Strategie des Landes ein. Seit 2019 hat das Saarland die Ausbildungskapazitäten im Bereich der frühkindlichen Bildung konsequent ausgebaut. Die Zahl der angehenden Erzieherinnen und Erzieher stieg nach Angaben des Bildungsministeriums jährlich um rund zehn Prozent. Das erklärte Ziel bleibt, sowohl die pädagogische Qualität als auch die personelle Ausstattung in den saarländischen Kitas dauerhaft zu stärken – eine Aufgabe, die angesichts wachsender Anforderungen an Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz an Dringlichkeit kaum verliert.

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