Der sogenannte Moses-Gang in den Wassergärten am Zukunftsort Reden droht trockenzufallen – und die CDU-Fraktion im saarländischen Landtag macht dafür die SPD-geführte Landesregierung verantwortlich. Die Abgeordneten Alwin Theobald, Sandra Johann und Timo P. Gros werfen der Regierung vor, mit dem Abstellen der Pumpen im Zuge der Grubenflutung einen über Jahre aufgebauten Tourismusstandort im Landkreis Neunkirchen faktisch zu zerstören. Ihr Urteil fällt unmissverständlich aus: „Das ist kein Strukturwandel, das ist ein strukturpolitisches Versagen.“
Im Kern geht es um die Folgen der Grubenflutung für den Zukunftsort Reden, der sich seit der Eröffnung der Wassergärten im Jahr 2012 zu einem überregional beachteten Ausflugsziel entwickelt hat. Rund 2,8 Millionen Euro hatte die Industriekultur Saar seinerzeit in die Anlage investiert. Herzstück war der Moses-Gang, ein begehbarer Pfad zwischen Wasserwänden, der Besucher, Familien und Fotografen gleichermaßen anzog. Fällt das Wasser weg, verliert die Anlage nach Einschätzung der CDU-Abgeordneten genau jenes Element, das ihr überregionale Strahlkraft verlieh.
Die drei Parlamentarier sehen in der Trockenlegung nicht nur einen kulturellen, sondern auch einen ökonomischen Schaden. Was offiziell als Kostenersparnis dargestellt werde, komme in Wahrheit einer nachträglichen Vernichtung bereits getätigter Investitionen gleich. „Das ist ökonomisch widersinnig und für die Menschen vor Ort ein Schlag ins Gesicht“, erklärten Theobald, Johann und Gros. Besonders kritisieren sie, dass die Landesregierung bislang keinerlei tragfähiges Ersatzkonzept vorgelegt habe, das den Wegfall der Attraktion kompensieren könnte.
Die CDU-Fraktion verbindet ihre Kritik mit konkreten Forderungen. Sie verlangt ein belastbares Nachnutzungskonzept für den Zukunftsort Reden, verbindliche Zusagen zur Tourismus- und Strukturentwicklung im Landkreis Neunkirchen sowie maximale Transparenz über den weiteren Verlauf der Grubenflutung und deren Auswirkungen auf die Region. Ohne solche Schritte sei die politische Verantwortung gegenüber den Betroffenen nicht eingelöst.
Grundsätzlich stellen die Abgeordneten die technische und wirtschaftliche Begründung der Grubenflutung nicht infrage. Politisch vertretbar sei sie allerdings nur dann, wenn die Interessen der Menschen vor Ort tatsächlich berücksichtigt würden. „Genau daran fehlt es derzeit“, konstatierten Theobald, Gros und Johann. Ihr Vorwurf an die SPD-Alleinregierung wiegt schwer: Die Region werde schlicht im Stich gelassen.
Der Konflikt um Reden steht exemplarisch für eine Debatte, die das Saarland seit Jahren begleitet. Die Grubenflutung, also das kontrollierte Ansteigenlassen des Grubenwassers in stillgelegten Bergwerken, gilt als technisch notwendiger Schritt nach dem Ende des Steinkohlebergbaus. Doch wo immer Pumpen abgeschaltet werden, verändern sich Wasserstände – mit Konsequenzen, die weit über das Bergbaugelände hinausreichen. Dass nun ausgerechnet ein Vorzeigeprojekt der Industriekultur betroffen ist, verleiht der politischen Auseinandersetzung zusätzliche Brisanz.





















