Foto: MIBS/R. Khalil
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Die saarländische Polizei hat im vergangenen Jahr so viele Straftaten aufgeklärt wie seit neun Jahren nicht mehr. Mit einer Quote von 62,3 Prozent liegt der Wert um 1,1 Prozentpunkte über dem Vorjahr – ein Rekord, der laut Innenminister Reinhold Jost das Ergebnis konsequenter Investitionen in Personal, Technik und Digitalisierung ist. Insgesamt registrierten die Behörden 66.372 Delikte, womit die Gesamtzahl nahezu stabil blieb. 41.326 Fälle konnten aufgeklärt werden.

„Die hohe Aufklärungsquote ist ein klarer Beleg für die hervorragende Arbeit unserer Polizei, die wir mit unseren konstanten Investitionen in Personal, Technik und Digitalisierung nachhaltig stärken“, sagte Jost bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025. Das zahle sich aus, vor allem dank der Menschen, die sich dieser Berufung widmeten und Verantwortung für die Gesellschaft übernähmen. Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen stieg moderat um 2,4 Prozent auf 29.493 Personen – Ausdruck einer intensiven Ermittlungsarbeit und hoher Polizeipräsenz im Land.

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Hinter der stabilen Gesamtbilanz verbirgt sich allerdings ein differenziertes Bild. In mehreren Bereichen verzeichnet die Statistik teils deutliche Anstiege. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nahmen um 4,4 Prozent zu, häusliche Gewalt um 2,6 Prozent. Besonders auffällig: Beim Wohnungseinbruchsdiebstahl schlugen die Zahlen um 38,1 Prozent nach oben aus, im Bereich Cybercrime um 14,5 Prozent. Auch die Jugendkriminalität wuchs um 7,3 Prozent. Dem stehen allerdings deutliche Rückgänge bei Vermögens- und Fälschungsdelikten gegenüber – minus 8,5 Prozent insgesamt, bei Betrug sogar minus 17,1 Prozent. Die Behörden führen das unter anderem auf gezielte Präventionsarbeit zurück.

Ein besonders sensibles Thema bleibt die Gewalt gegen Einsatzkräfte. Zwar sank die Zahl der betroffenen Vollstreckungsbeamtinnen und -beamten statistisch um 2,6 Prozent, doch Widerstandsdelikte stiegen um 5,1 Prozent, tätliche Angriffe sogar um 16,7 Prozent. Jost verwies in diesem Zusammenhang auf den Tod des Polizeibeamten Simon Bohr und eines Gerichtsvollziehers im November: „Hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Gewalt gegen diejenigen, die für unsere Sicherheit sorgen, ist durch nichts zu rechtfertigen.“ Es liege in der Verantwortung der Landesregierung, Täter mit der vollen Härte des Gesetzes zur Rechenschaft zu ziehen und alle verfügbaren Mittel zum Schutz der Einsatzkräfte einzusetzen. Besorgniserregend ist zudem der massive Anstieg bei Straftaten gegen Personen des politischen Lebens – Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung legten hier um 179,5 Prozent zu.

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Auch die politisch motivierte Kriminalität nahm insgesamt um 3,4 Prozent zu, mit Zuwächsen in nahezu allen Phänomenbereichen. LKA-Leiter Carsten Dewes ordnete ein: „Die Straftaten im Bereich der Propagandadelikte, Beleidigung und der Volksverhetzung stören den öffentlichen Frieden erheblich. Sie werden besonders intensiv verfolgt, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Menschenwürde zu schützen.“ Gerade im digitalen Raum verlagern sich Delikte zunehmend – Hasspostings und Online-Beleidigungen stellen die Sicherheitsbehörden vor wachsende Herausforderungen.

Positive Signale sendet dagegen die Entwicklung bei der Messerkriminalität, deren Fallzahlen rückläufig sind. Die im Februar 2025 in Saarbrücken und Neunkirchen eingerichteten Waffenverbotszonen entfalten offenbar Wirkung: 1.292 Personen wurden seitdem kontrolliert, zahlreiche Verstöße festgestellt. Die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger verhielt sich regelkonform, was die Behörden als klaren Beleg für den präventiven Effekt werten.

Erfreulich ist auch der anhaltende Rückgang bei Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. Seit 2022 sinken die Fallzahlen kontinuierlich – ein Erfolg, den das Innenministerium auf gezielte Präventionskampagnen wie „Enkeltrick & Co.“ zurückführt, mit denen Seniorinnen und Senioren gezielt sensibilisiert werden.

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Jost zog ein Fazit mit klarer Ansage: „Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt eine stabile Sicherheitslage, aber auch neue Herausforderungen. Wir werden unseren eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen: mit einer starken Polizei, gezielter Prävention und moderner Ausstattung. Unser Ziel bleibt klar – ein sicheres Saarland für alle Bürgerinnen und Bürger.“

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