Rund 13 Tonnen Müll haben freiwillige Helferinnen und Helfer bei der diesjährigen Picobello-Aktion in Homburg aus der Landschaft geholt – ein Wert, der die ohnehin schon gestiegenen Zahlen der Vorjahre noch einmal deutlich übertrifft und zugleich ein ernüchterndes Bild davon zeichnet, wie viel Unrat in der Natur rund um die Kreisstadt landet.
Mehr als 3.600 Personen hatten sich in Homburg für die landesweite Aufräumaktion angemeldet, verteilt auf 60 Initiativen. Das Spektrum reichte von Einzelpersonen über Kindertagesstätten und Schulen bis hin zum CJD in Homburg-Schwarzenbach, wo mehrere Hundert Kinder und junge Erwachsene mit anpackten. Damit trug die Kreisstadt einen erheblichen Teil zum saarlandweiten Teilnahmerekord bei: Insgesamt waren mehr als 61.000 Menschen in allen 52 Kommunen des Landes aktiv, verteilt auf über 1.300 Sammelaktionen.
Die schiere Menge des eingesammelten Abfalls gibt allerdings zu denken. In früheren Jahren bewegte sich die Bilanz des städtischen Baubetriebshofs, der den Müll an vereinbarten Sammelstellen abholt und zum Entsorgungsverband Saar bringt, zwischen 4,5 und 5,5 Tonnen. Bereits im vergangenen Jahr war dieser Wert auf 9,03 Tonnen geklettert. Dass er nun auf 13 Tonnen angewachsen ist, macht die Dimension des Problems greifbar – trotz der erfreulich hohen Beteiligung bleibt die Verschmutzung der Natur ein wachsendes Ärgernis.
Unter den Fundstücken befanden sich erneut zahlreiche Autoreifen, dazu Matratzen, Möbelstücke, Kinderwagen und Autositze. Es handelt sich also keineswegs nur um achtlos weggeworfene Verpackungen, sondern vielfach um Gegenstände, die offensichtlich gezielt in der Landschaft entsorgt wurden. Die Stadt weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass Sperrmüll kostenlos angemeldet und abgeholt werden kann. Wer selbst aktiv werden möchte, hat zudem die Möglichkeit, Abfälle ordnungsgemäß im Wertstoffzentrum Am Zunderbaum abzugeben.
Organisatorisch stemmte der Baubetriebshof auch in diesem Jahr wieder einen beträchtlichen Aufwand. Die einzelnen Gruppen wurden mit Mülltüten, gesponserten Handschuhen für die Kinder und teilweise mit Greifern ausgestattet. Feste Sammelplätze waren vorab festgelegt worden, damit die Abholung und Entsorgung der gesammelten Mengen zügig erfolgen konnte. Hinter der Kampagne steht der Entsorgungsverband Saar, der seit 2011 als Träger und Koordinator von Saarland Picobello fungiert und die gesammelten Abfälle in seinen Anlagen kostenlos annimmt.
Die Zahlen aus Homburg verdeutlichen ein Paradox, das die Aktion seit Jahren begleitet: Je mehr Menschen sich engagieren, desto sichtbarer wird das Ausmaß der illegalen Müllentsorgung. Dass die eingesammelte Menge innerhalb von nur zwei Jahren von knapp fünf auf 13 Tonnen gestiegen ist, lässt sich nicht allein mit der höheren Teilnehmerzahl erklären. Es zeigt vielmehr, dass nach wie vor viel zu viel Abfall dort landet, wo er nicht hingehört – und dass Aktionen wie Picobello zwar wichtig, aber kein Ersatz für ein grundsätzliches Umdenken beim Umgang mit Müll sind.




















