Foto: Johanneum
Anzeige

113 Zehntklässler des Gymnasiums Johanneum haben zwei Wochen lang Krankenhäuser, Seniorenheime und Kindertagesstätten von innen kennengelernt – nicht als Patienten oder Besucher, sondern als helfende Hände. Das Sozialpraktikum COMPASSION, seit einem Vierteljahrhundert fester Bestandteil des Schulprogramms, endete nun mit einem Gottesdienst in der Schulkapelle unter dem Leitwort „Einer trage des anderen Last“.

Das Schulseelsorgeteam um Pfarrer Kevin Gutgesell und Sarah Lutter hatte die Feier vorbereitet, musikalisch begleitet von Pia Herrmann. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen der Jugendlichen selbst: Auf stilisierten Händen aus Papier hielten sie ihren jeweils stärksten Eindruck aus dem Praktikum fest. Die Bandbreite war enorm. Rund zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler arbeiteten in Kliniken, Kitas oder Pflegeeinrichtungen. Andere unterstützten Grundschulen, Förderschulen, Physiotherapiepraxen, Pfarrämter oder das CJD Jugenddorf.

Statt Vokabeln und Gleichungen bestimmten Blutdruckmessen, Bastelrunden mit Kleinkindern oder Gedächtnistraining mit Senioren den Alltag. Zuhören, begleiten, anpacken – und dabei etwas über sich selbst erfahren: Genau das war der Kern des Projekts. Drei Viertel der Teilnehmenden gaben anschließend an, das Praktikum habe ihnen viel gebracht. Viele berichteten von lobenden Rückmeldungen des Personals, die ihnen spürbar Selbstvertrauen gaben.

Die Begegnungen reichten von der Freude über eine Geburt bis zur Trauer über einen Todesfall. Gerade diese Spannweite machte das Praktikum zu einer Erfahrung, die weit über den üblichen Schulalltag hinausgeht. Doch auch die belastenden Seiten kamen im Gottesdienst zur Sprache – Momente, in denen eigene Grenzen spürbar wurden oder Unfreundlichkeit ausgehalten werden musste. Einige Jugendliche lasen Auszüge aus ihren Praktikumsberichten vor, die Projektleiter Johannes Priester zusammengestellt hatte.

Was bleibt, fassten zwei Schülerinnen in ihren persönlichen Fazits zusammen. „Mir ist klar geworden, dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist und wie schnell sich das eigene Leben ändern kann“, schrieb die eine. Die andere hielt fest: „Das Praktikum hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, dankbar zu sein und auch kleine positive Momente bewusst wahrzunehmen.“ Sätze, die zeigen, dass das Programm weit mehr vermittelt als einen Einblick in Berufsfelder.

Anzeige

Schulleiter Oliver Schales würdigte die Jugendlichen als dringend notwendige Botschafterinnen und Botschafter für Mitgefühl – gerade in unruhigen Zeiten. Besonderen Dank richtete er an Johannes Priester, der das Projekt seit 25 Jahren am Johanneum organisiert. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er ihm ein eigens gestaltetes COMPASSION-Plakat, versehen mit persönlichen Grüßen der diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
(Visited 35 times, 35 visits today)
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein