Rund die Hälfte aller Arbeitsplätze soll wegfallen – die Nachricht vom geplanten Stellenabbau beim Traditionsunternehmen Pallmann, das zur Siempelkamp-Gruppe gehört, trifft Zweibrücken hart. Oberbürgermeister Dr. Marold Wosnitza hat sich nun mit einem deutlichen Statement an die Öffentlichkeit gewandt und kündigt an, gemeinsam mit Land, Gewerkschaft und Betriebsrat um Perspektiven für die Beschäftigten zu ringen.
Von den Plänen erfuhr das Stadtoberhaupt am Montag. Seine Reaktion fällt unmissverständlich aus: Sorge und Enttäuschung prägten den Moment, in dem die Dimension des angekündigten Einschnitts klar wurde. „Hinter jeder dieser Stellen stehen Menschen, Lebensentwürfe und Familien, die auf Verlässlichkeit angewiesen sind“, betont Wosnitza. Genau diese Verlässlichkeit gerät nun ins Wanken.
Pallmann ist seit 1903 in Zweibrücken verwurzelt. Über Generationen hinweg hat das Unternehmen den Wirtschaftsstandort geprägt, Familien Einkommen gesichert und das industrielle Gesicht der Stadt mitgezeichnet. Dass ausgerechnet dieser Traditionsbetrieb nun die Hälfte seiner Belegschaft abbauen will, treffe die Stadtgemeinschaft besonders empfindlich, so der Oberbürgermeister.
Wosnitza räumt ein, dass Unternehmen im aktuellen wirtschaftlichen Klima zu schmerzhaften Entscheidungen gezwungen sein können, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Seine Frustration über die Größenordnung des geplanten Abbaus will er dennoch nicht verbergen. Die Schärfe seiner Wortwahl macht deutlich, dass die Verwaltungsspitze die Entscheidung zwar nachvollziehen, aber keineswegs widerspruchslos hinnehmen will.
Unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne hat der Oberbürgermeister Gespräche mit der Unternehmensleitung aufgenommen und steht im engen Austausch mit dem Betriebsrat sowie der IG Metall. Ebenfalls am Montag schaltete er die Landesregierung ein. Mit Gewerkschaft und Betriebsrat sei vereinbart worden, die anstehenden Verhandlungen zwischen Unternehmen, Arbeitnehmervertretung und IG Metall zunächst eng zu begleiten, ohne sich aktiv einzumischen. Stadt und Land werden erst dann an den Tisch treten, wenn eine der beteiligten Seiten ausdrücklich darum bittet.
Dieses abgestimmte Vorgehen soll verhindern, dass laufende Gespräche überlagert werden – und gleichzeitig signalisieren: Politische Rückendeckung ist da, sobald sie gebraucht wird. „Stadt und Land stehen jederzeit bereit, unterstützend tätig zu werden“, versichert Wosnitza. Die weitere Entwicklung werde aufmerksam beobachtet, der Austausch mit allen Beteiligten laufe kontinuierlich.
Wichtig sei ihm, die Hintergründe der Konzernentscheidung in voller Tiefe zu verstehen und auszuloten, mit welchen Mitteln sich die Folgen für Belegschaft und Standort abmildern lassen. Alle denkbaren Alternativen müssten geprüft, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich unterstützt werden. Zweibrücken stehe in dieser Lage geschlossen an der Seite der Beschäftigten.
Abschließend richtet der Oberbürgermeister seinen Dank an alle, die sich bereits im Vorfeld und nun in der akuten Phase mit Nachdruck für die Belegschaft und den Standort einsetzen. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich der Kahlschlag in dem von der Größenordnung angekündigten Umfang tatsächlich vollzieht – oder ob Verhandlungen, politischer Druck und kreative Lösungen zumindest einen Teil der Arbeitsplätze sichern können.




















