Quelle: FC 08 Homburg

Am Ende war es dann schlicht und ergreifend ein verschossener Elfmeter zu viel: Nachdem der FC Homburg bereits in der Verlängerung einen Strafstoß verschossen hatte, musste man sich schließlich dem 1. FC Saarbrücken mit 6:7 nach Elfmeterschießen geschlagen geben. Es war ein packender Pokalfight, in dem von einem Klassenunterschied nichts zu sehen war.

Weinende Spieler auf der Bank, ein sichtlich angefressener Trainer – die Enttäuschung bei den Grün-Weißen war groß. 120 Minuten lang der Regionalligist dem Drittligisten aus der Landeshauptstadt einen harten Kampf geliefert, war über die eigenen Grenzen gegangen und am Ende stand dennoch eine Niederlage. „Der liebe Gott war heute einfach nicht auf unserer Seite“, äußerte sich Coach Timo Wenzel nach dem Match fast schon pathetisch. In der Tat fiel es schwer, der Mannschaft wirklich etwas vorzuwerfen.

Der FCH hatte dem FCS über die komplette Spieldauer Paroli geboten, gegen Ende der regulären Spielzeit hatte man die Gäste gar in deren Sechzehner eingeschnürt. Doch ein Tor wollte nicht fallen. Die größte Chance, das Spiel für die Grün-Weißen zu entscheiden, hatte der gerade in der ersten Halbzeit stark aufspielende Patrick Dulleck, der in der Verlängerung mit einem durchaus nicht schlecht geschossenen Elfer an FCS-Schlussmann Daniel Batz scheiterte (106.).

Nach 90 Minuten hatte es 1:1 gestanden. Der FCS kam besser in die Partie herein und hatte viel Ballbesitz – Chancen gab es jedoch kaum welche zu sehen. Denn der FCH machte es defensiv gut, bot den Saarbrückern kaum Platz und schaffte es so, die anfängliche Druckphase des Erzrivalen unbeschadet zu überstehen. Und selbst kam man immer besser in die Partie, erspielte sich mit schnellen Kontern zunehmend Möglichkeiten. Eine davon nutzte schließlich Marco Hingerl zum umjubelten Führungstreffer (39.). Doch lange hielt der Jubel nicht an, denn die Saarbrücker reagierten sofort. Nur rund fünf Minuten später legte Julian Günther-Schmidt den Ball in die Mitte und Markus Mendler musste nur noch einschieben. Wie so oft in dieser Spielzeit hatte man sich von Homburger Seite nach einem Führungstreffer sofort wieder die Butter vom Brot nehmen lassen.

Doch die Grün-Weißen kamen nicht etwa geschockt aus der Pause. Vielmehr wurde man nun immer stärker, war aggressiver in den Zweikämpfen und zeigte schöne Kombinationen. Gerade in der zweiten Hälfte hatte man zeitweise das Gefühl, dass die Grün-Weißen gerade in der Dritten Liga auf dem 5. Platz stehen, und nicht die Blau-Schwarzen. Allein, die letzte Durchschlagskraft fehlte und so hatte nur Dulleck kurz vor Schluss eine größere Möglichkeit, um den Lucky Punch zu setzen (88.).

Die folgende Verlängerung war schließlich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams hatten große Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden. Während in der ersten Hälfte der starke Dulleck aus guter Position nur das Außennetz traf (93.), parierte FCH-Keeper David Salfeld gegen den Saarbrücker Niklas Shipnowski glänzend (100.). Direkt mit Anpfiff der zweiten Hälfte hatte schließlich wiederum Dulleck die Riesenmöglichkeit zum Führungstreffer, doch scheiterte er mit seinem Elfmeter an Batz. Im direkten Gegenzug traf Minos Gouras auf Seite der Blau-Schwarzen nur den Pfosten (107.).

Beide Mannschaften hatten den Sieg in der Verlängerung auf dem Fuß, doch am Schluss musste das Elfmeterschießen entscheiden. Dort hatte der FCS letztlich die besseren Nerven. Während auf Homburger Seite Daniel di Gregorio, Damjan Marceta und Philipp Schuck verschossen, traf es bei den Blau-Schwarzen nur Manuel Zeitz und Mario Müller. Den entscheidenden Elfmeter zum Sieg verwandelte schließlich Bone Uaferro.

„Wir haben alles in die Waagschale geworfen, taktisch gut gestanden und wirklich wenig zugelassen“, wollte FCH-Trainer Wenzel seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. „Es ist einfach bitter, weil wir die Möglichkeiten hatten, das Spiel für uns zu entscheiden.“ Während der FCS nun im Pokalfinale auf die SV Elversberg trifft, geht für die Homburger der graue Alltag mit dem Liga-Spiel gegen den TSV Steinbach Haiger weiter. Noch vier Spiele sind zu gehen, bis die Mammutsaison zu Ende geht. Danach wird man vermutlich weiterhin mit Enttäuschung auf das gestrige Pokalspiel zurückschauen. Aber vielleicht macht der starke Auftritt mit der Zeit auch Hoffnung für die neue Runde.

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