An der Südschule in St. Ingbert ist in der vergangenen Woche ein neues Kapitel für Bildung und Betreuung aufgeschlagen worden. Mit Musik, vielen Gästen und einem feierlichen Akt wurde die neue Freiwillige Ganztagsschule eröffnet – begleitet von der symbolischen Grundsteinlegung für das dazugehörige Neubaugebäude. Für die Stadt markiert das Projekt einen weiteren Baustein im Ausbau moderner Lern- und Betreuungsangebote.
In seiner Ansprache stellte Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer die Bedeutung der neuen Einrichtung für St. Ingbert heraus. „Mit der neuen Ganztagsschule schaffen wir einen neuen und modernen Lern- und Lebensraum für unsere Kinder. Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zu Bildungsgerechtigkeit, gutem Unterricht und verlässlicher Betreuung. Ich danke allen, die an Planung, Bau und Umsetzung beteiligt waren – dieses Haus ist ein Gewinn für die gesamte Stadt St. Ingbert“, sagte Meyer. Träger der Einrichtung ist das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD), dem der Oberbürgermeister zum Abschluss der Feier einen traditionellen gebackenen Brotschlüssel als symbolischen Schlüssel überreichte.
Ein besonderer Moment der Eröffnung war der gemeinsame Schnitt durch das rote Band. Schülerinnen und Schüler der Südschule standen dabei zusammen mit Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot, Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer und Bürgermeisterin Nadine Backes vor dem Eingang der neuen Betreuungseinrichtung. Mit dem Durchtrennen des Bandes wurde die Ganztagsschule offiziell in Betrieb genommen.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot hob in ihrem Grußwort die pädagogische Bedeutung der neuen Räume hervor. „Mit dem Neubau der FGTS der Südschule sind Räume entstanden, die Neugier wecken und das Lernen fördern. Wo Klassenzimmer nicht nur Räume mit Tafeln und Tischen sind, sondern Werkstätten für Ideen, digitale Labore, Musikräume und Orte für Begegnung. Eine Umgebung, in der sich jedes Kind gesehen, wertgeschätzt und ermutigt fühlt, seinen eigenen Weg zu gehen. Gute Bildung braucht gute Lernorte und genau deshalb verdient jede Schule eine räumliche Infrastruktur, die sie in ihrem Bildungsauftragt unterstützt und stärkt“, so Streichert-Clivot.
Zu den Höhepunkten der Veranstaltung gehörte auch die Grundsteinlegung für das neue FGTS-Gebäude. In eine Zeitkapsel wurden eine aktuelle Ausgabe der Saarbrücker Zeitung, ein Münzsatz, eine von den politischen Vertretern unterzeichnete Urkunde sowie Wünsche der Kinder der Ganztagsschule gelegt. Die Urkunde unterschrieben vor Ort Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer, Bürgermeisterin Nadine Backes und Ministerin Streichert-Clivot, bevor die Kapsel im Grundstein versenkt wurde.

Der Neubau an der Südschule ist Teil eines größeren Investitionsprogramms der Stadt St. Ingbert in die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur. Er ist die erste Fertigstellung von derzeit drei laufenden Projekten, zu denen auch der Bildungscampus Ludwigschule und die Albert-Weisgerber-Schule gehören. Der Bau verläuft nach Angaben der Stadt ohne größere zeitliche Verzögerungen und liegt aktuell im Rahmen der geplanten Investitionssumme von 6,7 Mio. Euro.

Der Zeitplan für die Baumaßnahme ist eng getaktet: Im Juli 2023 wurde der Bauantrag gestellt, im Oktober 2023 folgte die Baugenehmigung. Baubeginn war im Februar 2024, der offizielle Spatenstich fand am 9. April 2024 statt. Bis August 2024 soll der Rohbau des Erdgeschosses fertiggestellt sein, im September 2024 der Holzbau des Obergeschosses. Für den 11. Oktober 2024 ist das Richtfest vorgesehen. Ab Oktober 2024 sind der Einbau der Fenster, die Holzfassade, die Dachabdichtung sowie der Innenausbau inklusive der technischen Gebäudeausrüstung und der Außenanlagen geplant. Parallel entsteht eine neue Heizzentrale mit einem 300 kW Pelletkessel samt Pufferspeicher und einem 200 kW Gaskessel für die Spitzenlast.
Das Gebäude selbst wird als Hybridbau aus Stahlbeton und CLT-Massivholz errichtet. Es verfügt über eine Bruttogrundfläche von 1.270,8 m² und einen Bruttorauminhalt von 5.544 m³. Vorgesehen sind offene Lernlandschaften als Betreuungsräume. Insgesamt sollen in der neuen Freiwilligen Ganztagsschule 280 Kinder betreut werden können.
An der Planung des Projekts sind mehrere Büros beteiligt: Die Objektplanung liegt bei der BHK Architekten GmbH aus Saarlouis, die Tragwerksplanung beim Ingenieurbüro Ziegler aus Saarbrücken. Für die technische Gebäudeausrüstung ist die InTechA GmbH aus St. Ingbert zuständig, die Freiraumplanung übernimmt WSV Beratende Ingenieure aus Saarbrücken.
Finanziell wird der Neubau über verschiedene Programme unterstützt. Für beide FGTS-Neubauten in der Stadt fließen Mittel aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau in Höhe von 1.659.168 Euro, was einem Anteil von 12 % entspricht. Aus dem Sondervermögen Zukunftsinitiative kommen weitere 790.160 Euro hinzu, also 6 %. Insgesamt ergibt sich damit eine Förderquote von 2.449.328 Euro, was 18 % der Investitionssumme ausmacht.






















