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Wenn in der Wohnung die Heizung ausfällt oder der Wasserhahn unaufhörlich tropft, greifen die meisten Mieter in Deutschland noch immer zuerst zum Telefonhörer – oder setzen sich an den Schreibtisch, um einen Brief zu schreiben. Digitale Wege zur Hausverwaltung spielen bislang nur eine Nebenrolle. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Digitalverbands Bitkom, die die Kommunikationsgewohnheiten von Mieterinnen und Mietern unter die Lupe nimmt.

Nach den Ergebnissen der Untersuchung kontaktieren 82 Prozent der Mieter ihre Hausverwaltung oder den Vermieter per Anruf. Fast zwei Drittel, konkret 66 Prozent, nutzen sogar noch den klassischen Brief, wenn es um Schäden in der Wohnung oder organisatorische Fragen rund um das Mietverhältnis geht. Grundlage sind die Antworten von 1.003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, darunter 491 Mieter, die im Auftrag von Bitkom telefonisch befragt wurden.

„In vielen Wohnhäusern läuft die Kommunikation häufig noch per Post oder Anruf – dabei bieten digitale Tools für beide Seiten Vorteile“, sagte Nastassja Hofmann, PropTech-Expertin beim Bitkom. Als wichtigste digitale Alternative hat sich bislang die E-Mail etabliert: 58 Prozent der befragten Mieter nutzen sie zumindest hin und wieder, um Kontakt mit der Hausverwaltung aufzunehmen. Deutlich seltener kommen andere digitale Kanäle zum Einsatz.

Messenger-Dienste wie WhatsApp, Telegram oder Signal spielen mit 6 Prozent bislang nur eine kleine Rolle in der Kommunikation zwischen Mietern und Verwaltung. Videocalls werden sogar nur von 2 Prozent genutzt. Noch geringer ist die Verbreitung spezialisierter Angebote: Apps der Hausverwaltung oder Online-Self-Service-Portale, über die sich etwa Fotos von Schäden hochladen und Reparaturfälle melden lassen, kommen lediglich bei 1 Prozent der Befragten zum Einsatz.

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Dass diese digitalen Lösungen kaum genutzt werden, liegt laut Umfrage vor allem daran, dass sie vielerorts gar nicht angeboten werden. Ein Fünftel der Mieter, deren Hausverwaltung bisher keine App zur Verfügung stellt, würde eine solche Anwendung gerne nutzen. Der Anteil liegt hier bei 22 Prozent. Für Online-Self-Service-Portale äußerten 18 Prozent der Befragten Interesse, für Messenger-Dienste 16 Prozent. Videogespräche mit der Hausverwaltung würden knapp 8 Prozent gerne führen, hatten dafür bislang aber keine Möglichkeit.

„Viele Mietwohnungen werden von privaten Vermietern und kleineren Hausverwaltungen mit wenigen Objekten betreut – für sie sind eigene Apps oft zu teuer“, erklärte Hofmann. „Digital geht aber auch ohne große Budgets: Videoberatung oder Nachrichten über Messenger-Dienste lassen sich auch ohne finanzielle Mehrkosten umsetzen.“ Aus Sicht des Verbands könnten so Abläufe vereinfacht und Anliegen schneller bearbeitet werden, ohne dass dafür aufwendige Speziallösungen nötig wären.

Die Befragung wurde von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands durchgeführt. Sie fand im Zeitraum von Kalenderwoche 33 bis Kalenderwoche 38 im Jahr 2025 statt. Die Gesamtumfrage gilt als repräsentativ. Abgefragt wurde unter anderem, welche Kommunikationskanäle zwischen Mietern und Vermietern beziehungsweise Hausverwaltungen angeboten werden und von den Befragten zumindest hin und wieder genutzt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass der Kontakt rund ums Wohnen in Deutschland auch im Jahr 2026 noch überwiegend analog organisiert ist – obwohl ein spürbarer Teil der Mieter für digitale Angebote offen wäre.

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