Foto: MIBS/R. Khalil
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Rund 230.000 Papierakten sollen in den kommenden Monaten digitalisiert werden – für die Zentrale Ausländerbehörde des Saarlandes markiert das den wohl größten organisatorischen Umbruch seit ihrer Gründung. Seit dem 9. Februar 2026 läuft bereits eine zentrale Scanstraße, über die sämtliche neu eingehende Post vollständig digital erfasst wird. Was bislang in Aktenordnern und Regalen lagerte, wandert nun Schritt für Schritt in eine elektronische Akte, die dem neuen bundesweiten Referenzstandard entspricht.

Die Dimension des Vorhabens lässt sich an den Zahlen ablesen: Zwischen vier und fünf Millionen Euro fließen in das Gesamtprojekt, wie Innenminister Reinhold Jost erklärte. Zusätzliche Stellen wurden eigens eingerichtet, etwa für den Betrieb der Scanstraße und die Systemadministration. Neue Vorgänge werden bereits ausschließlich digital angelegt. Ab April beginnt dann die Mammutaufgabe, den gesamten Altbestand von rund 230.000 Akten zu erfassen. Bis zum zweiten Quartal 2027 soll die Behörde komplett ohne Medienbrüche arbeiten können.

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Der Umbau zielt dabei auf mehr als bloße Beschleunigung einzelner Verfahren. Erstmals entsteht die technische Grundlage, um perspektivisch eine Außenstelle zu betreiben, ohne dass Papierakten physisch zwischen Standorten hin- und hertransportiert werden müssen. Künftig sollen alle Unterlagen standortunabhängig digital abrufbar sein – ein Punkt, der für die weitere Entwicklung der Behörde als entscheidend gilt.

Dass der Übergang nicht reibungslos verläuft, ist eingeplant. Derzeit arbeitet die Zentrale Ausländerbehörde in einem hybriden Modus, in dem digitale und papiergebundene Prozesse parallel laufen. Jost ordnete das bewusst als Phase der Qualitätssicherung ein: „Die derzeitige Übergangsphase mit hybriden Arbeitsprozessen dient der Qualitätssicherung. Langfristig stärkt die Digitalisierung die Leistungsfähigkeit, Flexibilität und Zukunftsfähigkeit der Zentralen Ausländerbehörde nachhaltig!“

Für Antragstellerinnen und Antragsteller dürfte sich die Umstellung mittelfristig in kürzeren Bearbeitungszeiten bemerkbar machen. Ob und wann tatsächlich eine Außenstelle eröffnet wird, ließ das saarländische Innenministerium offen. Die technische Voraussetzung dafür wird mit dem laufenden Projekt jedoch geschaffen – und damit ein Stück Verwaltungsrealität, das in vielen Behörden noch Zukunftsmusik ist.

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