Achim Müller, der Kommissarische Leiter im Homburger Amt für Kultur und Tourismus. Archivbild: Stephan Bonaventura

Was wird aus der Kultur? In Zeiten, in denen es um wirtschaftliche Existenzen geht, scheint diese Frage manchem vielleicht zweitrangig. Und doch, spätestens wenn die Beschränkungen irgendwann wieder aufgehoben sind, dürften viele wieder darüber nachdenken, was am Wochenende in der Region so los ist. In Homburg macht man sich natürlich Gedanken darüber, was in nächster Zeit stattfinden könnte. Sicher ist diesbezüglich eigentlich nur, dass kaum etwas sicher ist.

„Wir können nur auf Sicht planen.“ Wie oft hat man diesen Satz in der Pandemie schon gehört? Zu oft. So viel steht fest. Doch auch Achim Müller, der Kommissarische Leiter im Homburger Amt für Kultur und Tourismus, kommt um diesen Satz nicht herum, wenn er über die Planungen für die kommenden Monate Auskunft gibt. Schließlich hat die Corona-Pandemie auch das Kulturleben fest im Griff.

„Einigermaßen ungewiss“ sei es deshalb auch, was in Homburg in den kommenden Wochen und Monaten über die Bühne gehen kann. Denn auch und gerade die Planung von Konzerten oder Ähnlichem benötigt einige Vorlaufzeit. Künstler müssen gebucht, der Vorverkauf gestartet und die Werbung geschaltet werden. Von „mindestens einem Monat“ Zeit zur Planung spricht Müller. Diese Angabe dürfte jedoch, je nach Größe der Veranstaltung, stark variieren. Eine Großveranstaltung wie das Maifest auszurichten, das in diesem Jahr ersatzlos abgesagt werden musste, dürfte mehr Planung benötigen, als ein Konzert beim Homburger Musiksommer.

Und wäre die Planung für ein Kulturevent nicht so schon schwierig genug, kommen nun noch die Hygieneregeln hinzu, die wohl noch längere Zeit berücksichtigt werden müssen. Bestimmten Veranstaltungen könnten gerade diese den Todesstoß versetzen. So steht beispielsweise das Jägersburger Strandfest vor allem deswegen auf der Kippe, wie Müller mitteilt. „Die Besucherströme sind hier kaum kontrollierbar, deshalb tendiert der dortige Ortsrat als quasi Co-Veranstalter zur Absage.“

Doch das betrifft zum Glück nicht alle Veranstaltungen. Beispielsweise plant man beim Kulturamt ab Ende Juni mit der Kleinkunstreihe „Kultur im Museum“, die sich bis Ende August über sechs Termine erstrecken soll. „Diese findet unter freiem Himmel statt und ist aufgrund dessen und der überschaubaren Zuschauerzahl eher ungefährdet“, so Müller. Auch der Kunstmarkt ARTmosphäre Ende August soll stattfinden, genauso wie die Filmnächte Mitte August und der Nikolausmarkt.

Allgemein sei es laut Müller so, dass die Zeichen für Veranstaltungen auf Grün ständen, „wenn ein Event unter Einhaltung individueller Hygiene- und Sicherheitskonzepte und ohne erhebliche Mehrkosten in irgendeiner Form realisierbar ist.“ Vorausgesetzt natürlich, die beteiligten Behörden geben dazu ihren Segen.

Doch gibt es in diesen Tagen nicht auch andere Optionen, um Veranstaltungen durchzuführen? Um diese Frage zu beantworten, genügt ein Blick auf die Homepage der Neunkircher Kulturgesellschaft. Dort werden eine Vielzahl an Online-Events angekündigt. In Homburg möchte man solche Formate zwar nicht gänzlich ausschließen, doch wirklich begeistert scheint man ob dieser Möglichkeit nicht zu sein. „Online-Veranstaltungen sind derzeit nicht geplant“, sagt Müller. Mit einer Einschränkung: Sollten auch in den Sommermonaten keine Live-Veranstaltungen mit Publikum möglich sein, sei dies, laut Kommissarischem Kulturamtsleiter, eine „Option.“ Auch aus der Politik erhält diese Idee nicht unbedingt Rückenwind. „Man muss es zwar differenziert sehen, aber bei unserem Kulturangebot (Konzerte, Theatergastspiele und Kleinkunst) ist das Live-Erlebnis kaum zu ersetzen“, erklärt der Homburger Kultur-Beigeordnete Raimund Konrad (CDU).

Alle hoffen, dass die Kultur bald wieder zurückkommt – Bilder: Stephan Bonaventura

Abgesehen von den konkreten Planungen – der Hunger nach Kultur scheint in Homburg  vorhanden zu sein. „Ich sehe viele Besucher auf den von uns verwalteten Internetseiten und Veranstaltungsreihen“, so Konrad. „Auch direkte Ansprachen und Fragen hinsichtlich des Beginns von Veranstaltungen sind häufiger als sonst.“ Und auch Achim Müller bestätigt diese Aussagen. „Wir haben viele Anfragen, wann und in welcher Form es wieder weitergeht mit Konzerten, Theater, Märkten und Messen. Der Ausfall des Maifestes, aber auch der Bierwanderung und der Frühjahrskonzerte im Saalbau und im Musikpark wird von vielen sehr bedauert.“

Für alle diejenigen, die sich nach kulturellen Angeboten sehnen, gibt es zumindest einen Lichtblick. Denn für Herbst 2021 und das Jahr 2022 plant man im Kulturamt derzeit ohne Einschränkungen, wirft Müller einen Blick in die Zukunft. „Die kulturellen Planungen für die Herbst/Winter-Saison 21/22 laufen auf Hochtouren.“ Und auch ansonsten ist man beim Kulturamt gut ausgelastet. So beschäftigen sich die Mitarbeiter derzeit vor allem auch mit touristischen Aufgaben, da in Homburg diesbezüglich einige Projekte anstehen, wie beispielsweise die touristische Inwertsetzung des Schlossbergs mit Schlossberghöhlen, des Bärenzwingers auf dem Karlsberg sowie der Naherholungsgebiete. „Dazu kommen haushalterische und vergaberechtliche Aufgaben. Nicht zu vergessen die zahlreichen Rückabwicklungen durch Veranstaltungsausfälle“, zählt der Kommissarische Kulturamtsleiter die derzeitigen Tätigkeitsgebiete der Mitarbeiter seiner Behörde auf.

Und auch die Künstler haben natürlich Lust darauf, ihrer Tätigkeit endlich wieder vor Publikum nachgehen zu können. „Ich weiß, dass Künstler ungeduldig in ihren Startlöchern stehen“, so Konrad. Und nicht wenige dürften auch dessen Wunsch teilen, dass wir kulturell „wieder zur „Normalität“ aus dem Jahr 2019 zurückzukehren.“ Die Planungen dafür laufen in Homburg schonmal.

Rückblick – Maifest Homburg 2019:

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