In mehreren städtischen Kindertagesstätten in Homburg stand in den vergangenen Wochen ein Thema im Mittelpunkt, das im Alltag von Kindern oft zu kurz kommt: das Recht auf Schutz vor Ausbeutung, Missbrauch und Gewalt. Unter dem Titel „prevent me – Spiel und Prävention“ erlebten Kinder, Fachkräfte und Eltern ein gemeinsames Projekt, das Kinderrechte greifbar machen und über spielerische Zugänge für mehr Sicherheit im Umgang mit Grenzverletzungen sorgen sollte.
Ausgangspunkt waren sechs städtische Kitas, die sich bereits seit längerer Zeit mit Kinderrechten beschäftigen und nun eine Vertiefung wünschten. Koordiniert wurde die Maßnahme vom Projekt KiBiSS der AQuiS GmbH, das auf Anfrage der Kita-Leitungen das Präventionsangebot organisierte. Inhaltlich knüpfte „prevent me – Spiel und Prävention“ direkt an das UN-Kinderrecht auf Schutz vor Ausbeutung, Missbrauch und Gewalt an. Finanziell unterstützt wurde das Vorhaben durch die „Partnerschaft für Demokratie“ des Saarpfalz-Kreises im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
Verantwortlich für die inhaltliche Umsetzung war die Referentin Marie Marschall. Sie ist Diplom-Sozialpädagogin, Sexualpädagogin und staatlich anerkannte Clown-Schauspielerin. Mit dieser Kombination richtete sie sich in mehreren Terminen an unterschiedliche Zielgruppen: an Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren, an Kita-Fachkräfte sowie an Eltern. So entstand ein mehrschichtiger Ansatz, bei dem alle Beteiligten rund um das Thema Prävention sexualisierter Gewalt eingebunden wurden.
Für die Kinder entwickelte Marschall das clowneske Theaterstück „Von Kopf bis Fuß zur Nasenspitze“. Darin vermittelte die Clownin Mirzel über 100 Kindern spielerische und humorvolle Impulse zu grundlegenden Prinzipien der Prävention sexualisierter Gewalt. Über Musik, Clownerie und Puppenspiel lernten die Kinder anhand von Fallbeispielen, Gefühle zu benennen und zu unterscheiden. Ebenso wurden Themen wie Berührungen, Geheimnisse, Hilfe holen, Grenzen setzen und Körperwissen aufgegriffen. Besonders eingeprägt hat sich dabei ein Satz, der immer wieder aufgegriffen wurde: „Eins sag ich Dir: mein Körper gehört mir!“ – ein Grundsatz, den die Kinder nach den Aufführungen häufig zitierten.
Parallel dazu fanden Teamfortbildungen für die pädagogischen Fachkräfte der beteiligten Einrichtungen statt. Sie erhielten altersspezifisches sexualpädagogisches Fachwissen, um im Umgang mit kindlicher Sexualität und mit sexuellen Grenzverletzungen sicherer und sensibler agieren zu können. Die Teilnehmenden zeigten sich dankbar für die spielerischen Methoden, mit denen sich Kinderrechte im Kita-Alltag aufgreifen lassen. In den Fortbildungen wurde aktuelles Fachwissen vermittelt und ein Rahmen geschaffen, in dem auch Tabuthemen offen angesprochen und diskutiert werden konnten – mit dem Ziel, den Kinderschutz im Alltag weiter zu stärken.
Ein weiterer Baustein des Projekts waren Elternveranstaltungen. Dort erhielten Erziehungsberechtigte Grundlagenwissen zur psychosexuellen Entwicklung von Kindern, zu wichtigen Präventionsprinzipien und zum Konzept des Präventionstheaters. Die Treffen boten Raum für Fragen, angeregte Diskussionen und den Austausch eigener Erfahrungen. So wurden Eltern gezielt in das Präventionskonzept einbezogen und konnten nachvollziehen, wie in den Kitas mit den sensiblen Themen gearbeitet wird.
Nach Abschluss der verschiedenen Bausteine ziehen die Beteiligten ein positives Fazit. Das Präventionsprojekt habe in den Einrichtungen eine große Wirkung entfaltet, heißt es. Die vermittelten Inhalte und Methoden sollen in den sechs städtischen Kitas weiter genutzt werden, sodass die angesprochenen Themen dort noch lange präsent bleiben.


















