Drei von vier deutschen Großstädten nutzen bereits digitale Werkzeuge für ihre Energie- und Wärmeplanung – von Künstlicher Intelligenz über intelligente Netze bis hin zum vollständigen digitalen Zwilling ihres Energiesystems. Das geht aus dem Studienbericht zum Smart City Index 2025 hervor, den der Digitalverband Bitkom am 13. März 2026 in Berlin veröffentlicht hat. Das umfangreiche Ranking bewertet alle 83 deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern – und liefert in diesem Jahr erstmals bislang unveröffentlichte Detailergebnisse.
Konkret haben laut der Erhebung 76 Prozent der untersuchten Kommunen digitale Technologien rund um Energie und Wärme im laufenden Betrieb. Bei zwölf Prozent steckt die Einführung gerade mitten im Prozess, ein Prozent testet entsprechende Lösungen. Weitere sieben Prozent planen den Einsatz, und lediglich vier Prozent beschäftigen sich bisher überhaupt nicht damit. Sven Wagner, Smart-City-Experte des Bitkom, ordnet die Zahlen ein: „Die Energieversorgung ist ein zentrales Zukunftsthema für jede Stadt, das alle Bürgerinnen und Bürger ganz unmittelbar berührt. Digitale Technologien bieten den Verantwortlichen nicht nur effiziente Möglichkeiten zur Steuerung, sondern sind inzwischen auch ein praktisch unverzichtbares Planungstool.“
Doch der Studienbericht reicht weit über das Thema Energie hinaus. Bemerkenswert ist etwa die rasante Verbreitung von KI-gestützten Chatbots in der Bürgerkommunikation: 45 Prozent der Großstädte setzen solche Systeme bereits ein, um Anfragen rund um die Uhr möglichst passgenau zu beantworten. Ebenso deutlich zeigt sich der Fortschritt beim bargeldlosen Bezahlen in Bürgerämtern. 84 Prozent der Städte bieten inzwischen Mobile Payment an – vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei gerade einmal 54 Prozent. Wagner betonte zudem, der Index solle auch als Impulsgeber dienen: „Der Smart City Index des Bitkom kann und soll auch Inspiration sein, um neue Digitalisierungsprojekte vor Ort zu starten.“
Die Datenbasis des Rankings ist in diesem Jahr noch einmal gewachsen. Insgesamt flossen 13.529 Datenpunkte in die Analyse ein, 245 mehr als im Vorjahr. Untersucht wurden fünf Themenbereiche: Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Diese gliedern sich in 37 Indikatoren und 163 Parameter auf – einer mehr als 2024. Das Spektrum reicht von Online-Bürgerservices und Sharing-Angeboten im städtischen Verkehr über Umweltsensorik und Breitbandverfügbarkeit bis hin zu digitalen Fortbildungen für Lehrkräfte und Verwaltungsangestellte.
Ein methodischer Meilenstein: Erstmals beteiligten sich sämtliche 83 Städte aktiv an der Datenerhebung und lieferten quellengestützte Angaben zu ihrem Digitalisierungsstand. Die Rücklaufquote erreichte damit hundert Prozent, nachdem sie im Vorjahr bei 99 Prozent gelegen hatte. Ein Team von Bitkom Research überprüfte und validierte anschließend alle eingereichten Daten. Unterstützt wird der Smart City Index von Visa, PwC Deutschland und Bentley Systems.
Der vollständige Studienbericht steht seit dem 13. März 2026 zum kostenlosen Download auf der Bitkom-Website bereit. Darüber hinaus lässt sich das Ranking als interaktive Online-Karte abrufen, auf der sich die Ergebnisse einzelner Städte direkt vergleichen lassen. Für Kommunalverantwortliche, die wissen wollen, wo ihre Stadt im bundesweiten Digitalvergleich steht, dürfte der Bericht damit zur Pflichtlektüre werden – und womöglich zum Anstoß, den nächsten Schritt in Richtung digitaler Verwaltung und Infrastruktur zu gehen.




















