Bild: Stephan Bonaventura

Wohin führt das nur noch alles? Dieses Frage stellen sich viele Menschen wenn sie die momentane Situation betrachten – egal ob man nun den getroffenen Maßnahmen der Politik positiv oder negativ gegenübersteht. Die neueste Maßnahme dürfte wohl auch den wenigsten Homburgern schmecken. Weihnachten in der Stadt fällt in diesem Jahr zum größten Teil aus.

Kein Nikolausmarkt! Kein Weihnachtsdorf! Keine Stimmung! In diesem Jahr macht Homburg zum größten Teil „Weihnachts-frei“. Die steigenden Fallzahlen und die sich stets verändernde Dynamik der Sache machen es im Hinblick auf die Sicherheit und gemäß den Verordnungen, Veranstaltern unmöglich, Märkte wie diese in gewohnter Form aktuell durchzuführen. Überraschend kam die Absage jedoch nicht, wie die Leiterin des Kulturamtes in Homburg, Susanne Niklas, erzählt: „Es war vorauszusehen, dass sich die Corona-Fallzahlen verstärken. Es ist aus diesem Grund einfach die logische Konsequenz, dass der Nikolausmarkt nicht stattfinden kann.“ Nicht nur der Markt selbst entfällt, es wird auch sonst kein Rahmenprogramm geben und auch der Nikolaus, der sonst auf dem Marktplatz regelmässig die Kinder beschenkt, muss dieses Jahr zu Hause bleiben.

Aber nicht nur der Marktplatz, auch der sonst mit dem Weihnachtsdorf gut besuchte Christian-Weber-Platz wird in diesem Jahr leer bleiben. Veranstalter Thorsten Bruch: „Wir hatten noch ein Alternativkonzept zur Prüfung eingereicht, das bis letzte Woche durchführbar gewesen wäre. Aufgrund der neuen Rechtsverordnung mussten wir aber nun die Reißleine ziehen und sagen: Es geht in diesem Jahr einfach nicht.“ Er könne durch die Verordnung nicht genügend Menschen auf die Fläche lassen, „dadurch ist das gesamte Konzept dann auch wirtschaftlich nicht darstellbar“.

Auch wenn die Märkte abgesagt sind, erstrahlt ganz leicht ein winziger Hoffnungsstern über Homburg. Wie Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff auf HOMBURG1-Anfrage mitteilt, wurde in puncto Ideen an einem Ersatzkonzept gearbeitet. Eine Alternative um wenigstens irgendeine Art von „Weihnachten in der Stadt“ zu ermöglichen. Darüber Gedanken gemacht hat sich der Arbeitskreis „Feste und Märkte“ unter Federführung des ehrenamtlichen Beigeordneten Raimund Konrad. Der Arbeitskreis ist ein Gremium, das Personen aus Verwaltung, Politik, Einzelhandel, Wirtschaft, Ortspolizei und Kultur in Homburg vereint. Ziel ist es effiziente Lösungen zu finden, um Problemstellungen auf breiter Ebene differenziert diskutieren und entschieden zu können.

Kruthoff: „Die Idee des Arbeitskreises war, den Standbetreibern trotz abgesagter Märkte eine Möglichkeit zu geben, sich in der Stadt zu präsentieren und Umsatz zu generieren.“ Ein Betreiber kann also ab sofort beim Homburger Ordnungsamt eine Sondergenehmigung für einen solchen Stand in der Stadt beantragen. Dazu nötig ist allerdings pro Stand ein individuelles Hygienekonzept, das die Betreiber selbst aufsetzen müssen und welches in Folge vom hiesigen Ordnungsamt geprüft wird. Die Prüfung soll dann relativ schnell erfolgen. Was die Standgebühren und allgemeinen Kosten angeht, sei noch keine Entscheidung gefallen. Man bemühe sich aber hier ein faires Konzept zu verabschieden, das den Beschickern entgegenkommt. Bei der Rangfolge der Antragsabarbeitung gilt: Bevorzugt werden Standbetreiber, die bereits in den letzten Jahren in Homburg aktiv waren. Jürgen Kruthoff weist aber auch darauf hin, dass selbst bei positiver Bewertung eines Standes durch das Ordnungsamt, die Entscheidung nicht in Stein gemeißelt sei: „Die Situation und die Verordnungen können sich jederzeit ändern.“ Und so bleibt abzuwarten, wie hoch das Interesse der Beschicker hier überhaupt sein wird.

Wirtschaftlich ist die Corona-Krise für die meisten Unternehmer eine Talfahrt. Die Absage des Weihnachtsdorfes, ist für Veranstalter Thorsten Bruch nur ein weiterer negativer Dominostein in der Krise. „Es ist wirklich nicht leicht für uns. Meine beiden Mitarbeiter sind seit März in Kurzarbeit. Wir hatten in den letzten Monaten viele Ideen und haben viel versucht aber die Angst der Menschen schwingt auch immer mit, die Branche ist schon schwer gebeutelt“, erklärt Bruch.

Wer denkt, dass nach all den Fakten auch die Straßen der Stadt dunkel bleiben, darf sich freuen. Die Weihnachtsbeleuchtung wird wie in den vergangenen Jahren in Homburg erstrahlen. Auch die obligatorischen Weihnachtsbäume bleiben uns erhalten. Pressesprecher Kruthoff: „Die Grünflächenabteilung, welche für unsere Homburger Weihnachtsbäume verantwortlich ist, hat diese bereits bestellt.“ Immerhin bleibt der Weihnachtsfunke so noch ein wenig in der Stadt. Für Kulturamtsleiterin Susanne Niklas ein wichtiger Punkt neben der Marktabsage: „Nachdem in diesem Jahr alles anders ist und auch im Sommer nicht wirklich viel Stimmung aufgekommen ist, hoffen wir, dass sich die Besucher und Bürger wenigstens von den vereinzelten Ständen und der Dekoration mitreißen lassen, um in der Stadt einzukaufen und in der Weihnachtszeit vor Ort in der Stadt zu shoppen.“

Wenigstens ein Gefühl von Weihnachten wird es in diesem Jahr in Homburg also geben wenn die entsprechenden Lichter und Bäume die Stadt erstrahlen lassen. Die Entscheidung, die traditionsreichen Märke abzusagen mag hart sein, sie dient aber in erster Linie der Sicherheit der Bürger und hält sich außerdem an die gesetzlichen Vorgaben. Der Spielraum ist hier einfach ziemlich eng.

 

 

 

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