Staatssekretär Sebastian Thul präsentiert gemeinsam mit Friedrich Denne, dem Vorsitzenden des Vereins für Landeskunde im Saarland, die Mundart-Gesamtkarte „Kaat von Dahämm“. Foto: MUKMAV / Kathrin Hinsberger
Anzeige

Dialekte, Ortsnamen und Sagen auf einer einzigen Karte: In Berlin ist am 19. Februar 2026 die neue Gesamtversion der „Kaat von Dahämm“ vorgestellt worden. In der Landesvertretung des Saarlandes beim Bund trafen sich an diesem Abend Freunde der saarländischen Mundart, um einen Blick auf die Karte zu werfen, die das gesamte Bundesland in seinen regionalen Sprachfarben zeigt.

Herausgeber ist das für Heimat zuständige saarländische Umweltministerium, das die „Kaat von Dahämm“ seit 2022 schrittweise aufgebaut hat. Zunächst erschienen einzelne Mundartkarten für die Landkreise und den Regionalverband, nun liegt erstmals eine Gesamtkarte für das ganze Saarland vor. Sie versammelt alle saarländischen Stadt- und Ortsteile in ihrer jeweiligen Mundart-Schreibweise.

„Wir sind stolz, nun endlich die Gesamtkarte für unser schönes Saarland präsentieren zu können. Neben der reichen Geschichte können nun auch alle die sprachliche Vielfalt unserer Dialekte bestaunen. Es würde uns freuen, wenn sich sowohl Einheimische als auch Besucherinnen und Besucher die Karte zum Anlass nehmen, ein paar der gezeigten Orte und die mit ihnen zusammenhängenden Sagen (neu) zu entdecken“, sagte Staatssekretär Sebastian Thul bei der Vorstellung in Berlin.

Entstanden ist die Karte in enger Zusammenarbeit mit Heimatkundlern. Beteiligt waren unter anderem Bernd Kissel, Zeichner der „SaarLegenden“, sowie Friedrich Denne vom Verein für Landeskunde im Saarland. Sie brachten ihr Wissen über regionale Bezeichnungen, Aussprachevarianten und historische Bezüge ein. Als wissenschaftliche Grundlage dienten Werke der bekannten Mundartexpertin Dr. Edith Braun, deren Forschungen zur saarländischen Sprachlandschaft in das Projekt eingeflossen sind.

Anzeige

Die „Kaat von Dahämm“ wird von weiteren Materialien begleitet. Eine Broschüre mit den „SaarLegenden“, also saarländischen Sagen, ergänzt die Karte um erzählerische Hintergründe zu ausgewählten Orten. Zusätzlich wurden in verschiedenen Gemeinden Audioaufnahmen gesammelt, die die Dialekte hörbar machen und die Vielfalt der gesprochenen Sprache dokumentieren.

Wer sich für die Mundartkarten interessiert, findet die bereits veröffentlichten Landkreis-Ausgaben und in Kürze auch die neue Gesamtkarte online. Das Angebot ist auf der Mundartseite des Saarlandes unter www.saarland.de/mundart gebündelt und soll den Zugang zur regionalen Sprachvielfalt erleichtern.

Das Ministerium wies zudem darauf hin, dass es bei einer früheren Fassung der Informationen zu einem Fehler beim Datum gekommen war. Die Vorstellung der Gesamtkarte fand tatsächlich am 19. Februar 2026 statt, nicht – wie zunächst angegeben – im Jahr 2025.

Anzeige