Die geplante Ausdünnung des Schulbusverkehrs in Saarbrücken sorgt für politischen Gegenwind. Die Junge Union Saarbrücken-Stadt hat sich in einer Pressemitteilung deutlich gegen die angekündigten Streichungen einzelner Linien im Stadtgebiet positioniert und fordert die Saarbahn GmbH zum Einlenken auf. Sparzwänge, so der Tenor, dürften nicht die Schwächsten im System treffen.
„Sparmaßnahmen dürfen nicht auf dem Rücken von Schülerinnen, Schülern und ihren Familien ausgetragen werden“, heißt es in der Erklärung des Verbandes. Die Jugendorganisation der CDU verweist auf die ohnehin hohe Belastung von Kindern und Jugendlichen, deren Alltag sich längst nicht mehr auf den Unterricht selbst beschränkt. Wer nach sieben oder acht Schulstunden zusätzlich Hausaufgaben und Lernpensum bewältigen müsse, könne keine weiteren Wegminuten gebrauchen.
Jede zusätzliche Verzögerung auf dem Schulweg, argumentiert die Junge Union, gehe zulasten von Bildung, Freizeit und Familienleben. Ein funktionierender Schülerverkehr sei daher keine Komfortleistung, die man nach Kassenlage zur Disposition stellen könne, sondern ein fester Baustein der öffentlichen Daseinsvorsorge. Eltern müssten sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder sicher, zuverlässig und ohne Umwege ans Ziel kommen.
Deutliche Worte findet der Verband auch mit Blick auf die Verantwortlichkeiten. „Wer den Schülerverkehr ausdünnt, spart an der falschen Stelle. Die Folgen tragen nicht die Verantwortlichen in den Verkehrsunternehmen oder Verwaltungen, sondern die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern“, so die Junge Union. Die Lasten würden also dorthin verschoben, wo niemand mitentscheiden könne.
Einen Widerspruch erkennt die Junge Union zudem in der verkehrspolitischen Großwetterlage. Politik und Gesellschaft bemühten sich seit Jahren darum, junge Menschen für Bus und Bahn zu gewinnen – ausgerechnet jetzt streiche man Verbindungen, auf die sich diese Generation täglich verlasse. Das Signal, das von solchen Entscheidungen ausgehe, sei das genaue Gegenteil dessen, was eine moderne Verkehrswende leisten müsse.
Konkret fordert die Junge Union Saarbrücken-Stadt die Saarbahn GmbH auf, die Streichungen vorerst auszusetzen. Einsparungen dürften nicht zulasten jener gehen, die täglich auf einen verlässlichen Schulweg angewiesen seien. Parallel richtet der Verband einen Appell an die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt: Saarbrücken müsse seiner Verantwortung für die schulische Infrastruktur gerecht werden und gegenüber Saarbahn sowie den zuständigen Aufgabenträgern für den Erhalt bestehender Verbindungen eintreten. Eine Verschlechterung der Schülerbeförderung dürfe die Stadt nicht tatenlos hinnehmen.



















