Um die Zukunft des Pingusson-Baus in Saarbrücken wird seit Jahren gerungen – und die Junge Union Saar drängt nun auf ein Ende der Hängepartie. In einer aktuellen Pressemitteilung stellt sich der Nachwuchsverband hinter den Vorschlag des CDU-Landesvorsitzenden Stephan Toscani, der einen teilweisen Abriss des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes ins Spiel gebracht hat.
Aus Sicht der Jungen Union ist eine Entscheidung längst überfällig. Der Landesregierung wirft der Verband vor, wichtige Fragen im Land immer wieder auf die lange Bank zu schieben, statt zu handeln. Diese Verzögerungstaktik koste am Ende bares Geld, so der Vorwurf an die SPD-Alleinregierung.
Besonders kritisiert wird, dass große Ankündigungen folgenlos blieben, während teure Gutachten in Auftrag gegeben würden, die sich durch steigende Baupreise ohnehin bald überholten. Die Rechnung, so die Befürchtung, bleibe schließlich beim Steuerzahler hängen – zu Kosten, die sich in der Zwischenzeit verdoppelt oder verdreifacht hätten.
Bei dem Bürogebäude steht für die Junge Union bereits fest, dass eine Sanierung nach heutigen Standards kaum wirtschaftlich zu leisten wäre. Schon die Bauform mache das Vorhaben aufwendig und unangemessen teuer. Hinzu komme, dass der Zuschnitt des Gebäudes für eine Nutzung als Verwaltungssitz ohnehin ungeeignet sei.
Deutliche Worte findet Charlotte Warken-Luxenburger, Landesvorstandsmitglied der Jungen Union Saar: „Kein privater Investor mit gesundem Menschenverstand würde derart viel Zeit verstreichen lassen, während monatlich Unsummen an Unterhaltungskosten für ein nicht nutzbares Gebäude entstehen und die Baupreise kontinuierlich weiter steigen, nur um am Ende dann ein Vielfaches für die Sanierung eines unbrauchbaren Gebäudes zu zahlen.“
Genau deshalb komme Toscanis Vorstoß zur rechten Zeit. Der Vorschlag, das ehemalige Botschaftergebäude zu erhalten und lediglich das Bürogebäude abzureißen, gilt der Jungen Union als ausgewogener Kompromiss. So werde die saarländische wie auch die deutsch-französische Geschichte gewürdigt, ohne dass zugleich große Summen an Steuergeldern in ein schwer nutzbares Gebäude fließen müssten.
Bemerkenswert findet der Verband dabei vor allem die Kursänderung der eigenen politischen Familie. Dass die CDU-Fraktion im saarländischen Landtag nicht länger an ihrer ursprünglichen Forderung nach einer vollständigen Sanierung festhalte, wertet die Junge Union ausdrücklich als Stärke. Verantwortung bedeute eben nicht, krampfhaft an alten Positionen zu kleben, sondern Situationen immer wieder neu zu bewerten – gerade beim Umgang mit öffentlichen Geldern.
Zum Abschluss richtet der Verband eine klare Aufforderung an die Landesregierung: Das Vorhaben einer Komplettsanierung solle gestoppt und der erhaltenswerte Botschaftertrakt zeitnah einer neuen Nutzung zugeführt werden. Für die Junge Union Saar ist das ein Beispiel für generationengerechte und verantwortungsbewusste Politik.





















